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Der Limes Saxoniae

Fiktion oder Realität? Beiträge des interdisziplinären Symposiums in Oldenburg/Holstein am 21. Oktober 2017

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Edited By Oliver Auge and Jens Boye Volquartz

In seiner um 1075 verfassten «Hamburger Kirchengeschichte» berichtet Adam von Bremen vom «Limes Saxoniae», der durch Karl den Großen und andere Kaiser eingerichtet worden sei. Eine im Jahr 2017 von der Kieler Abteilung für Regionalgeschichte durchgeführte Tagung «Der ‹Limes Saxoniae› – Fiktion oder Realität?» hinterfragte diesen Quellenbericht und damit die Grenzziehung überhaupt ausgehend von interdisziplinären Standpunkten der Archäologie, Sprach- und Geschichtswissenschaft. Der vorliegende Tagungsband bündelt die Beiträge und Diskussionen dieser Konferenz zu Aspekten wie der historischen Nachweisbarkeit der Existenz dieser sächsisch-slawischen Grenze, ihres möglichen Erscheinungsbildes oder den zeitgenössischen Grenzvorstellungen. Auch Fragen nach einer Fälschungsabsicht Adams, dem Slawenbild im Frühmittelalter und der späteren Rezeption des «Limes» finden sich darin wieder.

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Die Slawen bei Helmold von Bosau: Vorwissen, Vorurteil und eigene Erfahrung

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Abstract: Previous knowledge, prejudice, and personal experience had an impact on Helmold of Bosau while he was composing his “Chronicle of the Slavs”: On the one hand, he regards the Slavs as strangers who use another language, who should be displaced and against whom force is justified. On the other hand, he looks at them as future fellow Christians. In certain moments, Helmold is even ready to feel empathy to the self-perception of the Slavs as victims of the brutal approach of the Saxon nobility. Ethnicity did matter also at the time of Helmold. But compared to language and habits, religion was a much stronger factor of exclusion as well as of inclusion.

Die Slawenchronik des Helmold von Bosau ist über dreihundert Jahre nach der Stabilisierung der Grenze zwischen Sachsen und Slawen nördlich der Elbe entstanden. Sie ist ungefähr hundert Jahre jünger als die „Hamburger Kirchengeschichte“ Adams von Bremen, aus der wir die Beschreibung des Limes Saxoniae als Festlegung der Grenze zwischen Holsten und Slawen durch Karl den Großen kennen. Adams Erzählung, die allgemein bis 1075/76 reicht und bezogen auf das Thema der Slawen mit den Nachrichten vom Aufstand 1066 abbricht, diente Helmold für den Zeitraum bis dahin als Hauptquelle. Doch gerade die Passage über den Limes Saxoniae, dem dieser Tagungsband gewidmet ist, hat er nicht übernommen.

Helmold hat seine Intention für das Abfassen seines Werkes in der Praefatio selbst dargelegt: Er schreibt eine Geschichte der Bekehrung...

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