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Von Menschen, Dingen und Räumen

Konstruktionen literarischer Gegenständlichkeit in ausgewählten Werken der deutschen und polnischen Gegenwartsliteratur

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Jolanta Pacyniak

Das vorliegende Buch setzt sich mit der Problematik literarischer Gegenständlichkeit in den Werken der polnischen und deutschen Autorinnen: Olga Tokarczuk, Joanna Bator, Julia Franck, Tanja Dückers und Jenny Erpenbeck auseinander. Das Ziel der Arbeit ist es, Ähnlichkeiten zwischen den analysierten Romanen und Erzählungen in Bezug auf die Gestaltung der materiellen Welt festzustellen. Zur Analyse literarischer Gegenständlichkeit wurden Erkenntnisse der materiellen Kultur sowie Forschungsansätze von Bruno Latour, Jean Baudrillard, Gaston Bachelard und Dorothee Kimmich eingesetzt. In Bezug auf Figurenkonstellationen, Dinge im Raum und Eigenleben der Dinge wurden Ähnlichkeiten in den Welterschließungsstrategien der analysierten Werke festgestellt.

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II. Von Menschen

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II.  Von Menschen

2.  Figurenkonstellationen und die Welt der Dinge

In den Figurenkonstruktionen spielt die Einstellung der Protagonistinnen zu den Objekten der belebten und unbelebten Welt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn man den Gruppen von Theorieansätzen, die Hans Peter Hahn für die materielle Kultur vorschlägt, folgt, ergeben sich drei wichtige Schwerpunkte: Wahrnehmung, Bedeutungen und das Handeln mit Dingen.1 Im Kapitel Zum Umgang mit Dingen geht Hahn auf den Gebrauch und die Verwendung von Dingen als besondere Form des Handelns ein. Seine Herangehensweise umfasst nicht zuletzt „Konsum“ als Konzept des Umgangs mit den Dingen, womit nicht nur der Akt des Kaufens an sich gemeint wird, sondern eher der Übergang von einer anonymen Ware zu einem persönlichen Gut.2 Jedes konsumierte Produkt hat somit eine symbolische oder natürliche Seite neben einer nichtsemiotischen und natürlichen. In manchen semiotischen Ansätzen wird vorgeschlagen, zu vergessen, dass Waren zum Essen, zur Unterkunft oder Bekleidung dienen – statt dessen werden sie als ein nonverbales Mittel der menschlichen Kreativität betrachtet.3 Damit ist auch ein Aspekt der materiellen Kultur aufgegriffen, der für die literaturwissenschaftlichen Forschungsansätze von Bedeutung sein kann. Die Art und Weise, wie die Menschen mit den Dingen umgehen, kann in der Literatur als ein Mittel zur Figurenkonstruktion dienen. Die in der Konsumforschung vorgeschlagenen Ansätze weisen darauf hin, dass Menschen mit Gegenständen umgehen, um soziale Nachahmung oder Abgrenzung auszudrücken, demonstrativen Konsum aufzuzeigen und, nach Bourdieau, einen Habitus...

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