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Von Menschen, Dingen und Räumen

Konstruktionen literarischer Gegenständlichkeit in ausgewählten Werken der deutschen und polnischen Gegenwartsliteratur

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Jolanta Pacyniak

Das vorliegende Buch setzt sich mit der Problematik literarischer Gegenständlichkeit in den Werken der polnischen und deutschen Autorinnen: Olga Tokarczuk, Joanna Bator, Julia Franck, Tanja Dückers und Jenny Erpenbeck auseinander. Das Ziel der Arbeit ist es, Ähnlichkeiten zwischen den analysierten Romanen und Erzählungen in Bezug auf die Gestaltung der materiellen Welt festzustellen. Zur Analyse literarischer Gegenständlichkeit wurden Erkenntnisse der materiellen Kultur sowie Forschungsansätze von Bruno Latour, Jean Baudrillard, Gaston Bachelard und Dorothee Kimmich eingesetzt. In Bezug auf Figurenkonstellationen, Dinge im Raum und Eigenleben der Dinge wurden Ähnlichkeiten in den Welterschließungsstrategien der analysierten Werke festgestellt.

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III. Von Räumen

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III.  Von Räumen

3.  Dinge im Raum

Die materielle Präsenz der Dinge bewirkt nicht automatisch eine bestimmte Bedeutung und Ordnung derselben im Raum; diese erscheinen erst in den Beziehungen zu jenen Narrativen und Systemen, in die sie ein eingreifendes Subjekt eingliedern will. Dieses Eingreifen vollzieht sich somit über Wahrnehmung, Arbeit und Handlung.1 Den Ausgangspunkt für die folgende Thesenführung bildet die Erkenntnis, das „Dinge nicht isoliert, sondern in Ensembles interpretiert werden, in deren raumzeitlichen Anordnungen Objekte ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen und Auf-, Um- und Abwertungen erfahren können. […] Damit ist auch die Bedeutung des Raums, mit seiner Dimension des Nebeneinander, für die Identifikation und die Verknüpfung von Objekten sowie für die Erfahrung von Ordnung angesprochen.“2 Im Vordergrund der folgenden Analyse stehen literarische Texte, weshalb sich das Eingreifen des Subjekts auf der Schriftebene vollzieht. Die Ordnung und Bedeutung der Dinge und deren Eingliederung in bestimmte Narrative und Systeme wird hier doppelt kodiert. Die Erfahrungen der Autorinnen in ihrer Lebenswelt und deren gegenständlicher Ausgestaltung werden im literarischen Werk umgeformt. Der Raum wird hier als ein holistisches Gedankengebilde verstanden, das „materielle Strukturen mit mentalen Repräsentationen vereint und somit als Schnittstelle zwischen Kultur und Natur sowie zwischen Materiellem und Immateriellem interpretiert werden kann.“3 Diese Schnittstelle steht im Vordergrund der Analyse und es wird nach den Gemeinsamkeiten in der Realisierung dieses Prinzips in den analysierten Werken gefragt. Die Schnittstelle zwischen Natur und Kultur wird hier insoweit ber...

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