Show Less
Restricted access

Compliance-Miszellen

Dieter Eisele zum 80. Geburtstag gewidmet

Edited By Stefan Gebauer, Christoph Kirschhöfer and Hagen Repke

Dieter Eisele prägte als erster Leiter einer Compliance-Abteilung (Chief Compliance Officer) einer deutschen Bank und einem deutschen Großunternehmen die Maßstäbe nationaler und internationaler Compliance-Arbeit entscheidend mit. Verbundene Weggefährten und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis gratulieren ihm mit ihren Beiträgen in diesem Sammelband zu seinem 80. Geburtstag. Viele der von Dieter Eisele mit herausgearbeiteten Methoden und Verfahren zur Unternehmenspraxis wirken in die heutige Zeit hinein. Die Abhandlungen nehmen daher das Compliance-Gedankengut aus der beruflich aktiven Zeit von Dieter Eisele auf und reflektieren es im Lichte der aktuellen Bedingungen. Die Autoren sprechen mit ihren Betrachtungen zum Risiko- und Compliance-Management Themen an, die zur weiteren Erörterung und Erforschung der Materie inspirieren sollen.

Show Summary Details
Restricted access

Produktinterventionen zum Anlegerschutz (Alexander Faust)

Extract

Alexander Faust

Produktinterventionen zum Anlegerschutz

1. Einführung

Durch die MiFIR wurden Produktinterventionsbefugnisse der Aufsichtsbehörden mit Geltung ab dem 03.01.2018 eingeführt. Im Vorgriff auf diese Rechtsentwicklung wurden in Deutschland bereits 2015 ähnliche Eingriffsbefugnisse in das WpHG aufgenommen1. Dieser Beitrag beschreibt anhand ausgewählter Aspekte die Produktinterventionsmaßnahmen zum Zwecke des Anlegerschutzes, die zwischen 2016 und 2018 mit Wirkung für den deutschen Markt in bonitätsabhängigen Schuldverschreibungen und CFDs vorgenommen wurden.

Eine Produktintervention ist ein Verbot oder eine Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs oder des Verkaufs eines Finanzprodukts durch eine Aufsichtsbehörde. Die Produktinterventionen können entweder zum Anlegerschutz oder zum Marktschutz erfolgen. Seit 2016 sind ausschließlich Produktinterventionen zum Anlegerschutz von Privatkunden2 erfolgt.

Hintergrund der Produktinterventionsbefugnisse ist ein grundsätzlicher neuer Ansatz des aufsichtsrechtlichen Kundenschutzes bei Wertpapierdienstleistungen, ein „Paradigmenwechsel“3. Vor der Einführung der Produktinterventionsrechte erfolgte der Anlegerschutz primär durch Informationspflichten der Wertpapierdienstleistungsunternehmen, die durch weitere Verhaltenspflichten ergänzt wurden. Der Anleger sollte dadurch die Gelegenheit haben, sich über eine mögliche Anlage angemessen zu informieren und konnte sich danach für eine Anlageoption entscheiden. Durch eine Produktintervention werden dem Anleger punktuell die für ihn aus Sicht der Aufsichtsbehörden ungeeigneten Anlageoptionen enthalten, um ihn zu einer rationaleren Entscheidung zu befähigen.4 Der Anleger kann also eine für ihn verbotene Anlageoption nicht mehr nutzen, selbst wenn er über diese Anlageoption gut infor←53 | 54→miert ist. Die Produktintervention hat damit einen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.