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Erinnerung aus zweiter Hand

Die born-free Generation in Südafrika und ihre Interpretation der Apartheid und des demokratischen Übergangs

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Julia Sonnleitner

Nach den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika 1994 ist eine Generation herangewachsen, welche die Apartheid nicht mehr miterlebt hat. Sie ist in einem demokratischen Staat aufgewachsen, in dem die Apartheid dennoch in vielen Bereichen nachwirkt. Basierend auf ethnografischer Forschung legt die Autorin dar, wie VertreterInnen der born-free Generation die Vergangenheit ihres Landes interpretieren. Durch zwei neue Ansätze leistet die Untersuchung einen innovativen Beitrag zur Erinnerungsforschung: erstens durch den rezeptions-zentrierten Zugang, der soziale Positionierungen der befragten Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Zweitens durch das Konzept des Chronotopos, mit dem die Relevanz von Zeit, Raum und Subjekt in der Analyse von Vergangenheitsdarstellungen berücksichtigt wird.

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5. Die Weitergabe von historischem Wissen: das Konzept sozialen Lernens

5. Die Weitergabe von historischem Wissen: das Konzept sozialen Lernens

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Abstract: Exploring the transmission of memory, I argue in this chapter, requires an actor-centred approach that perceives transmission as a continuous, situated, and interactional affair. Drawing on the concept of learning by Jean Lave and Etienne Wenger, the focus is shifted from the generation who transmits memory, quasi as a “thing”, to the younger generation who is actively participating in this process. This perspective revises our understanding of the younger generation as an empty box that is filled with memory of the past and views them as actors with their own concerns and agency. As evidence from research on the transmission of memory of national socialism and the holocaust suggests, mediatized representations of the past are sometimes appropriated by the next generation to fill silences about the past. Thus, with regard to memory, young people appropriate what is available to them, avoid information or are indifferent towards sources of knowledge. Furthermore, the concept of youth in anthropology in connection to agency is discussed.

Keywords: agency, intergenerational transmission, youth, mediatized representations

Für die Untersuchung der Weitergabe von Wissen über die Vergangenheit ist der Aspekt der Handlungsfähigkeit zentral. „Weitergabe“ ist als Begriff nicht unproblematisch, da er die Rolle für den aktiven Teil an der Sache ungleich verteilt. Dennoch bleibe ich in Ermangelung besserer Alternativen bei dem Begriff, werde jedoch weiter unten die Vorbehalte und Überlegungen zu dieser Begrifflichkeit aus biografietheoretischer Sicht darlegen. Der Weitergabe von Erinnerung nähere ich mich mit dem Konzept des Lernens...

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