Show Less
Restricted access

Erinnerung aus zweiter Hand

Die born-free Generation in Südafrika und ihre Interpretation der Apartheid und des demokratischen Übergangs

Series:

Julia Sonnleitner

Nach den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika 1994 ist eine Generation herangewachsen, welche die Apartheid nicht mehr miterlebt hat. Sie ist in einem demokratischen Staat aufgewachsen, in dem die Apartheid dennoch in vielen Bereichen nachwirkt. Basierend auf ethnografischer Forschung legt die Autorin dar, wie VertreterInnen der born-free Generation die Vergangenheit ihres Landes interpretieren. Durch zwei neue Ansätze leistet die Untersuchung einen innovativen Beitrag zur Erinnerungsforschung: erstens durch den rezeptions-zentrierten Zugang, der soziale Positionierungen der befragten Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Zweitens durch das Konzept des Chronotopos, mit dem die Relevanz von Zeit, Raum und Subjekt in der Analyse von Vergangenheitsdarstellungen berücksichtigt wird.

Show Summary Details
Restricted access

6. Diskurs, Ideologie, Positionierung: der methodologische Rahmen

6. Diskurs, Ideologie, Positionierung: der methodologische Rahmen

Extract

Abstract: The main concern of this chapter is to methodologically situate the notion of the subject between individual experience and the broader ideological context that the subject is embedded in. Michel Foucault and Judith Butler are referred to in order to conceptualise the subject as a product of power relations and technologies of the self, of repeated speech acts and subject positions. An excursus on ideology discusses the contribution of the Soviet scholars Valentin Voloshinov and Mikhail Bakhtin for understanding which role the linguistic sign, as a thoroughly social realm, plays in the formation of individual consciousness. Consequently, concepts in discourse linguistics such as stance in discourse and positioning practices, voice and polyphony, as well as text types in spoken language (a concept taken from conversation analysis) are discussed as a framework for exploring how speakers position themselves vis-à-vis discourses of the past and how they weave other voices into their accounts.

Keywords: discourse analysis post-structuralism, ideology, subjectivation, stance in discourse, voice and polyphony, text type

Diese Arbeit hat zum Ziel, die Kontexte der Produktion von historischem Wissen und der Weitergabe von Erinnerung, die von den InterviewpartnerInnen relevant gesetzt werden, und ihre Einstellung zu diesem Wissen zu eruieren. Mit der Verwendung diskurszentrierter Methoden gehe ich von einem bestimmten Subjektbegriff aus, wobei ich vor allem Michel Foucault und Judith Butler zur theoretischen Fundierung heranziehen werde. Das Subjekt wird hier, und das stellt den Bruch zu klassischen subjektphilosophischen Positionen dar189, primär als unterworfenes betrachtet. Der Blickwinkel...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.