Show Less
Restricted access

Erzählanfänge und Erzählschlüsse im Adoleszenzroman

Series:

Nadine Bieker

Der Anfang und das Ende geben einer jeden Erzählung einen Rahmen. Bisher ist jedoch nur unzureichend untersucht worden, wie sich der Anfang, das Ende sowie deren Zusammenhang gestalten. Durch eine strukturalistische Zugangsweise zum Text zeigt der Band je eigene Modelle für die Analyse des Anfangs und des Endes. Eine Übersicht zeigt zudem, wie der Residualtext vom Anfang zum Ende überleiten kann. Der Adoleszenzroman eignet sich als konventionalisierte Kommunikationsform als Grundlage für die Konzeption der Modelle, da durch diese Wahl die Modelle nicht verzerrt werden. Gleichzeitig bahnt diese Subgattung durch ihre sowohl jugend- als auch allgemeinliterarischen Anteile der Übertragbarkeit der Modelle auf andere Gattungen einen Weg.

Show Summary Details
Restricted access

4. Theoretische Grundlagen und Vorüberlegungen zum Erzählschluss

4. Theoretische Grundlagen und Vorüberlegungen zum Erzählschluss

Extract

Krings hat erstmals eine Systematisierung des Erzählschlusses konzipiert, und zwar in Bezug auf die short story (vgl. 2004, 172). Die folgenden Ausführungen zeigen auf, inwiefern Krings’ Modell als eine erste vorläufige Grundlage für die Bestimmung der Schlussgestaltung im Adoleszenzroman dienen kann, dass es aber erweitert werden muss, da bereits vor dem Analysieren der Schlussgestaltung der in Rede stehenden Primärwerke wesentliche Aspekte zu erkennen sind, die in Krings’ Modell keine Berücksichtigung finden.

Um die Konzeption des folgenden Modells zum Erzählschluss (Abb. 3), der aus der letzten Handlungssequenz29 sowie dem letzten Satz besteht, nachvollziehbar zu machen, wird zunächst Krings’ Modell erläutert. Darauf folgen einige Überlegungen bezüglich offener/geschlossener Enden, da die Schlussgestaltungsmöglichkeiten in dem Modell ihrem jeweiligen Grad der Offenheit/Geschlossenheit zugeordnet werden. Im Anschluss wird das aus diesen Erkenntnissen konzipierte Modell zur Analyse des Erzählschlusses präsentiert und erläutert.

Der Erzählschluss kann laut Krings (vgl. 2004, 173) nur unter Einbeziehung beziehungsweise in Korrelation mit dem gesamten Erzähltext verstanden werden. Für die Analyse der Schlussgestaltung muss er aber dennoch als separate Einheit betrachtet werden, um aufzeigen zu können, welche Rolle er allein für das Beenden einer Erzählung hat; die Korrelation zum Rest der Erzählung dient in dem Abgleich des Schlusses mit dem Residualtext vor allem dazu, aufzuzeigen, in welchen Aspekten der Erzählschluss sich von diesem abhebt. Um die Sonderstellung des Schlusses zu markieren, differenziert Krings in zweierlei Hinsicht. Zum...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.