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Erzählanfänge und Erzählschlüsse im Adoleszenzroman

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Nadine Bieker

Der Anfang und das Ende geben einer jeden Erzählung einen Rahmen. Bisher ist jedoch nur unzureichend untersucht worden, wie sich der Anfang, das Ende sowie deren Zusammenhang gestalten. Durch eine strukturalistische Zugangsweise zum Text zeigt der Band je eigene Modelle für die Analyse des Anfangs und des Endes. Eine Übersicht zeigt zudem, wie der Residualtext vom Anfang zum Ende überleiten kann. Der Adoleszenzroman eignet sich als konventionalisierte Kommunikationsform als Grundlage für die Konzeption der Modelle, da durch diese Wahl die Modelle nicht verzerrt werden. Gleichzeitig bahnt diese Subgattung durch ihre sowohl jugend- als auch allgemeinliterarischen Anteile der Übertragbarkeit der Modelle auf andere Gattungen einen Weg.

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5. Residualtext

5. Residualtext

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In diesem Kapitel werden jene Textelemente thematisiert, die anzeigen, wie eine Erzählung vom Erzählanfang zum Erzählschluss geführt wird. Auf die Existenz solcher Elemente verweist bereits Todorov: „Der Sinn (oder die Funktion) eines Elementes im Werk beruht auf der Möglichkeit, mit anderen Elementen dieses Werkes oder mit dem gesamten Werk in Korrelation zu treten.“ (Todorov 1972, [263]) Viel mehr noch suggeriert Todorov damit, dass es einen notwendigen Zusammenhang zwischen Textelementen geben muss, damit diese der Erzählung einen Sinn geben. Die Unterscheidung zwischen solchen Textelementen, die konstitutiv für die Handlung sind, und solchen, die es nicht sind, findet sich erneut bei der Analyse der Struktur des Handlungsverlaufs nach Barthes und Chatman. Doch zuvor sollen grundlegendere Gedanken präsentiert werden, wie in einer Erzählung vom Erzählanfang zum Erzählschluss übergeleitet wird.

James Phelan erläutert in seinem Enzyklopädieartikel „Beginnings and Endings“ die Unterscheidung zwischen „signs of closure“ und „signs of completeness“ (Phelan 1998, 97), in denen er zwei Formen sieht, wie das Ende eines Romans angekündigt werden kann. In Bezug auf die signs of closure führt er aus, dass diese das Ende der Erzählbedingung oder des -anlasses angäben oder bei der offensichtlichen Verwendung eines bestimmten Erzählmusters/einer bestimmten Erzählstruktur bei dem Ende dieses Musters/dieser Struktur angekommen seien. Somit können die signs of closure schon in den Residualtext zurückgeführt werden und demnach auch Merkmale für den Übergang vom Erzählanfang zum Erzählende...

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