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Das Wort-Ton-Verhältnis im Werk von Ludwig van Beethoven

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Małgorzata Grajter

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung der Spezifik des Wort-Ton-Verhältnisses in Ludwig van Beethovens Schaffen sowohl auf struktureller als auch auf semantischer Ebene. Da Beethoven selbst nie eine Abhandlung über Komposition schrieb, erscheint es natürlich und naheliegend, als hauptsächlichen Bezugspunkt die musiktheoretischen Schriften aus dem 18. Jahrhundert heranzuziehen, um die musikästhetische Landschaft seiner Epoche zu rekonstruieren. Die durchgeführte Analyse von Beethovens Vokalmusik aus der Sicht der im 18. Jahrhundert üblichen Konzeption eines «Singstücks» beantwortet einige wesentliche Fragen nach den Prioritäten des Komponisten im Bereich der technischen und ästhetischen Aspekte der musikalischen Bearbeitung eines Textes.

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Kapitel 2. Der Text in Beethovens Werken der Vokalmusik – Auswahl, Charakteristik und ideeller Gehalt

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Kapitel 2. Der Text in Beethovens Werken der Vokalmusik – Auswahl, Charakteristik und ideeller Gehalt

2.1. Ausbildung und literarische Bildung Beethovens

Die Beschäftigung mit dem Thema der literarischen Inspirationen Beethovens sollte man mit der näheren Bestimmung des allgemeinen Bildungsstands, den der Komponist in seiner Kindheit und Jugend erreichte, beginnen. Dokumente wie Briefe233 oder Konversationshefte234, in denen die – zumindest scheinbare – Unkenntnis von Regeln der Orthografie, Grammatik und Interpunktion besonders verblüffend sein mag, bestätigen in gewissem Maße die allgemeine Überzeugung vom Vorhandensein beträchtlicher Lücken in der Allgemeinbildung Beethovens und von seiner Unfähigkeit im korrekten Umgang mit dem geschriebenen Wort. Ähnlich stellen Beethovens legendäre permanente Probleme mit der Multiplikationstabelle, die im Übrigen bei einem Menschen mit der Fähigkeit zu einer so präzisen und logischen Anlage von musikalischen Strukturen erstaunlich sind, eine gewisse Art von curiosum dar.

In der Tat erhielt Beethoven jedoch als Kind durch den Besuch der Lateinschule – des sog. Tirocinium in der Bonner Neugasse ‒ lediglich eine Bildung auf elementarem Niveau. Sein erster Lehrer war Nikolaus Rupert, bei dem er Lesen, Schreiben, Rechnen und Latein lernte. Vor allem das Rechnen bereitete Beethoven anscheinend beträchtliche Probleme; außerdem gibt es keine Beweise dafür, dass der Komponist diese Schule überhaupt beendete. Später gab er aus nicht näher bekannten Gründen die reguläre Schulbildung auf und bildete sich lediglich privat bei Zambona (Vorname unbekannt), einem älteren Kollegen, weiter, u. a. in Latein, Italienisch und...

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