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Das Wort-Ton-Verhältnis im Werk von Ludwig van Beethoven

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Małgorzata Grajter

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung der Spezifik des Wort-Ton-Verhältnisses in Ludwig van Beethovens Schaffen sowohl auf struktureller als auch auf semantischer Ebene. Da Beethoven selbst nie eine Abhandlung über Komposition schrieb, erscheint es natürlich und naheliegend, als hauptsächlichen Bezugspunkt die musiktheoretischen Schriften aus dem 18. Jahrhundert heranzuziehen, um die musikästhetische Landschaft seiner Epoche zu rekonstruieren. Die durchgeführte Analyse von Beethovens Vokalmusik aus der Sicht der im 18. Jahrhundert üblichen Konzeption eines «Singstücks» beantwortet einige wesentliche Fragen nach den Prioritäten des Komponisten im Bereich der technischen und ästhetischen Aspekte der musikalischen Bearbeitung eines Textes.

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Excurs. Zwischen Struktur und Semantik. Kohärenzbildung und Wort-Ton-Verhältnis in Beethovens Zyklen Gellert-Lieder op. 48 und An die ferne Geliebte op. 98

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Excurs. Zwischen Struktur und Semantik. Kohärenzbildung und Wort-Ton-Verhältnis in Beethovens Zyklen Gellert-Lieder op. 48 und An die ferne Geliebte op. 98

Die bisherigen Analysen von Beethovens vokalen Werken zeigten mehrmals auf, dass sich die strukturelle und die semantische Ebene in der Vokalmusik gegenseitig durchdringen. Dies ist schon allein durch die Spezifik der deutschen Sprache bedingt, in der sich der Akzent normalerweise mit der wortbildenden Wurzel verbindet. Doch auch der poetische Rhythmus, der die Form des Textes ordnet, besitzt seine innere Expressivität und Dynamik, die den Komponisten zu einer bestimmten Interpretation bewegen kann. Die Suche nach gegenseitigen Beziehungen zwischen Struktur und Semantik kann jedoch problematisch sein und zu allzu weitgehenden Verallgemeinerungen führen, da jeder Text, der als Grundlage einer vokalen Komposition dient, einen anderen Typ von Voraussetzungen hinsichtlich der Beziehung zwischen Form und Inhalt mit sich bringt. Daher werden als Material, das dieser Analyse dienen soll, zwei Zyklen Beethovens behandelt: Gellert-Lieder op. 48 und An die ferne Geliebte op. 98505, in denen man nicht nur die Beziehungen zwischen Struktur und Semantik, sondern auch ihren Beitrag zur Kohärenz des Zyklus verfolgen kann.

Was schon auf den ersten Blick in diesen beiden Werken Beethovens auffällt, ist die Weise der Komposition des Liederzyklus als Ganzheit. Es ist leicht zu bemerken, dass beide Zyklen aus sechs Liedern bestehen. Dieser Umstand, in Verbindung mit dem Vorhandensein vieler rhetorischer Figuren, verlockt sehr dazu, wenigstens einen Versuch zu unternehmen, sie mit Matthesons Schema der Rede zu vergleichen – die...

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