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Jesus, Hauptdarsteller Gottes?

Inszenierung als Schlüssel für einen vernunftgemäßen Glauben

Eberhard Martin Pausch

Der Mensch Jesus kann verstanden werden als Gottes Hauptdarsteller in dem Theaterstück, das Weltgeschichte heißt. Das ist die These dieses Buches. Es gibt historische Indizien dafür, dass er sich selbst so sah, etwa die Nähe der Stadt Nazareth zum antiken Theater in Sepphoris. Die These lässt sich jedoch vor allem semiotisch begründen, wenn man die Person Jesu als ein mehrdimensionales Zeichen versteht. Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger machten Glaube, Hoffnung und Liebe als Grunddimensionen menschlicher Existenz sichtbar. Wer ihm nachfolgt, lebt ebenfalls in diesen Dimensionen und erkennt Gott als den Regisseur der Geschichte an. Dessen Hauptdarsteller Jesus ist auch heute noch leibhaft erfahrbar, unter anderem im Leben der Glaubenden und im Geschehen von Gottesdienst und Abendmahl.

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3. Was tun wir, wenn wir segnen?

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3. Was tun wir, wenn wir segnen?

„22 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet: 24 Der HERR segne dich und behüte dich; 25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. 27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.“ (4. Mose 6,22–27)

Eine der spannendsten und witzigsten Geschichten des sog. „Alten Testaments“ erzählt vom Seher Bileam und seiner Eselin (4. Buch Mose, Kapitel 22): Bileam, Sohn des Beor, war ein nicht aus dem Volk Israel stammender, am Euphrat wohnender Prophet. Balak, der König der Moabiter, gibt ihm den Auftrag, er soll dem Volk Israel entgegenziehen und dieses verfluchen. Bileam macht sich auf den Weg, aber ihm stellt sich ein Engel Gottes entgegen und lauert mit einem gezückten Schwert darauf, ihn zu töten, falls er seine Absicht umsetzt. Der Prophet ist in seinem Eifer, die Verfluchung vorzunehmen, blind und erkennt die Gefahr nicht, die ihm droht. Er treibt seine Eselin zur Eile an und schlägt diese sogar. Dem leidenden Tier wird (offenbar von Gott) die Möglichkeit geschenkt, sprechen zu können. Und so warnt die Eselin den Bileam.50 Dessen Augen werden geöffnet, er erkennt den lebensbedrohlichen Engel und beschließt, das Volk...

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