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Russisch und Ukrainisch im Wandel

Eine korpusbasierte Untersuchung zur Destandardisierung am Beispiel der Anglisierung in der Werbesprache nach 1985

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Olga Flug

Die Publikation zu Sprachwandelprozessen im Russischen und Ukrainischen beschreibt eine ausschlaggebende Phase der neueren Sprachgeschichte Russlands und der Ukraine (1985–2008). Im Fokus steht die Anglisierung als eine der Haupttendenzen der aktuellen sprachlichen Destandardisierung europäischer Sprachen. Die Autorin zeigt am Beispiel der Anglisierung in der Werbesprache die Destandardisierung des Russischen und Ukrainischen nach 1985 auf. Diese korpusbasierte Untersuchung umfasst sowohl die quantitative (statistische) als auch die qualitative (systemlinguistische) Analyse des werbesprachlichen Korpus. Die quantitative chronologische Analyse belegt die deutlich stärkere Dynamik der Anglisierung im Ukrainischen nach 1998. Die qualitative Analyse illustriert die unterschiedlichen bzw. gemeinsamen innerlinguistischen Prozesse in beiden Sprachen, insbesondere Anglizismen-Integration und Standardisierungswege.

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1. Sprachwandel und Destandardisierung

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1.1 Sprachwandel im Russischen und Ukrainischen

1.1.1 Theoretische Vorklärungen

Die aktuelle Sprachsituation sowohl im Russischen als auch im Ukrainischen zeichnet sich u. a. durch intensive Sprachwandelprozesse infolge der Globalisierung aus. Das Ende der 80er- und der Anfang der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts werden durch große politische, wirtschaftliche und soziale Veränderungen in der russischen und ukrainischen Gesellschaft charakterisiert. Diese Veränderungen finden ihren Widerhall in der Sprache und werden durch diese entsprechend manifestiert und reflektiert. Die Sprache als offenes dynamisches System reagiert schnell auf die Entwicklung neuer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Verhältnisse, beispielsweise mit der Erweiterung des Wortschatzes durch Sprachkontakt. Jede neue Phase im zeitgeschichtlichen Ablauf ist damit auch zugleich eine neue Phase der Sprachentwicklung und damit des Sprachwandels. Diesen Sprachwandel beeinflussen interne und externe Faktoren sowie auch die Sprachträger selbst, die durch ihren veränderten Sprachgebrauch und durch die Verbreitung von sprachlichen Neuerungen Einfluss nehmen. Der Begriff des Sprachwandels beschreibt zunächst ganz allgemein den Prozess von Sprachveränderungen. Nach Kosta wird „Sprachwandel als der Prozess der Veränderung von sprachlichen Einheiten (Ebenen, Diasystemen, Systemen) in der Zeit“ definiert (Kosta 1999: 956). Sprachwandel in diesem Sinne vollzieht sich demnach nicht nur auf einer Ebene des Sprachsystems, da alle Ebenen systematisch miteinander verbunden sind und es letztlich immer zu weitergehenden Veränderungen auf anderen Sprachebenen kommt. Bei den Sprachebenen gibt es laut Kantorczyk (2001) allerdings eine unterschiedliche Aufnahmebereitschaft für Veränderungen. Die lexikalische Ebene scheint für Veränderungen...

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