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Bundesordnung in der deutschen Geschichte

Christian Gellinek

Die Hauptstadtlosigkeit Deutschlands geht mit einer uns eigenen Bundesordnung Hand in Hand, die sich in verschiedenen Epochen auf zentrale Orte, bestimmte Burgen und dem Reiche zugewandte Klöster verteilt in größeren oder kleineren Territorien von Süden und Südwesten ab der Donau bis zur Wiedau, und manchmal nur bis zur Eider. Sie erstreckt sich in nördlicher Richtung, und auch vom Rhein bis zur Oder in östlicher. In dieser Wissensstudie wird die Bundesordnung als mittragendes Element der deutschen Geschichte in ihrer politischen Entwicklung vorgeführt. Die regulären Königswahlen fanden in Frankfurt am Main, die Krönungen ursprünglich in Aachen statt. Manche Orte wandten sich zeitweise dem Deutschen Reich zu, manche für immer von ihm ab. Die bündische Bestimmung wurde auf dem Wiener Kongress von Österreich, Russland, England, Preußen und endlich auch Frankreich durch Talleyrand durchgesetzt. Diese Grundlage erfüllte sich erst im Bonner Grundgesetz.

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Elftes Kapitel: Zusammenfassung: Kontrast der bündischen und der nationalen Elemente

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Das Deutsche in seiner Bundesgeschichte (von der Donau bis zur Eider) fasst drei Betrachtungsweisen wie Ebenen mehrdimensional zusammen: 1. Die föderative in ihrer Hinnahme des entrinnbaren Geschehens, das aneinandergereiht 2. die ältere vordeutsche Geschichte vieler Generationen eingebettet und 3. vom ersten bis zum zweiten Hauptfluss besiedelt hat. Im Ostfrankenreich Ottos I. (des Großen) reichten die Süd-Nord-Grenzen von der Donau bis zur Eider, ab 1920 in der Weimarer Republik bis zur Wiedau. Die Oder im Osten und der Rhein im Westen legten keine geographischen, sondern vielmehr dynastische Grenzen fest. Es wird hier jedoch auch keine zusammenhängende Dynastiengeschichte vorgestellt. Ebenso wenig wird in diesem Text eine Sozialgeschichte verfolgt. Das sind andere Themen. Es ging dem Autor vielmehr um einen möglichen Zusammenhang oder Zusammenhalt von Burgen unweit Flüssen, um Zollerhebung bei Schiffsverkehr und deren Kontrolle. Es ging um eine territoriale Machterweiterung und eine Festlegung der Funktionskontinuität durch standhafte Disziplin oder ihr Gegenteil, einen schmerzlichen Treueverlust. Es ist die These aufgestellt und verfolgt worden, ob und wie das Ordensgelübde eine Abtei oder einen Klosterbetrieb unterhielt, wenn ein Abt dazu fähig war. An Hand mit Bedacht ausgewählter Städte sollte gezeigt werden, wie Könige ohne Hauptstadt im Reich für ihre Nachfolgeresidenzen zu sorgen versuchten.

Es lässt sich nun zusammenfassen: eine Ausdehnung oder Vermeidung einer Schrumpfung des Reiches geschah, wenn Burgen als Zeichen der Furt-Kontrolle maßgeblichen Einfluss ausübten und Klöster die nötige Arbeitsdisziplin aufbrachten. Die...

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