Show Less
Restricted access

Das «auto sacramental» Calderóns zwischen Tridentinum und Theatralität

Series:

Dorothea Kraus

Die Autorin geht der Frage nach, warum die allegorischen Fronleichnamsspiele des Siglo de Oro dezidiert auf ihre theatrale Umsetzung angewiesen sind. Durch die Adaption moderner Kategorien von Theatralität auf die «autos sacramentales» lässt sich der didaktische Hintergrund der Gegenreformation mit den performativen Elementen eines Theaterspiels in Verbindung bringen. Dabei eröffnet die Thematisierung der körperlichen Präsenz einen wirkungsästhetischen Zugang zu diesen inhaltlich wie formal komplexen Stücken.

Show Summary Details
Restricted access

D Formulierung einer barocken Theatralität im Lichte des auto sacramental Calderón de la Barcas

Extract



Die vorliegende Untersuchung zum auto sacramental Calderóns zwischen Theatralität und Tridentinum versucht eine Frage zu beantworten, die sich trotz der umfangreichen Forschungslage zur Literatur des spanischen siglo de oro immer noch ohne zufriedenstellende Antwort befand: Begreift man das Erstarken des auto an der Schwelle zur Frühen Neuzeit in seiner dezidiert theatralen Ausrichtung, muss man sich die Frage stellen, worin die Attraktivität dieser Stücke liegt, die hochkomplexe religiöse Themen aufgreifen und dabei alle Bevölkerungsschichten ansprechen sollten. Die Kritik an der bisher geleisteten Forschung kann an diesem Punkt ansetzen: „Das entscheidende Moment einer Analyse der Diskurs-Renovatio müßte folglich der Aufweis dessen sein, was das Neue am Diskurs des 17. Jahrhunderts gewesen ist; daß er aufs Mittelalter zurückgreift, hatte man ja auch vorher schon gewußt. Der Akzent hat nicht so sehr auf dem ‚Re‘ als vielmehr auf der ‚Novatio‘ zu liegen.“1007 Dieses Neue „in der spanischen Literatur der Zeit ist zweifellos die Entwicklung des auto sacramental“1008, doch trotz dieser Erkenntnis betrachtet Gerhard Poppenberg das auto nach wie vor als Literaturform1009 und nicht, wie hier deutlich geworden ist, als primär für das Theater, für eine visuelle Umsetzung formuliert. Das auto behandelt folglich nicht „die Frage nach der Literatur, nach ihrem Status und ihrer Form“1010 zuvorderst. Vielmehr stellt sich die Frage nach ihrer Umformung, i.e. nach den Formen, welche die Literatur, das Wort, auf der Bühne anzunehmen vermag, und die über einen analogischen Ansatz schon deshalb...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.