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Islam auf dem Balkan

Muslimische Traditionen im lokalen, nationalen und transnationalen Kontext

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Edited By Jordanka Telbizova-Sack and Christian Voß

Die 13 interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Sammelbandes fokussieren die religiöse Landschaft des Balkans im Kontext zunehmender Globalisierung, erhöhter Mobilität und postsozialistischer Transformation. In den Panels «Historische Perspektiven: Islam, Staat und Politik», «Pluralisierung und Transformation», «Türkei: Transnationale Verflechtungen und Innenpolitik» und «Diversität, Identität und Debatten» werden politische, religiöse und kulturelle Prozesse auch im historischen Aufriss dargestellt und analysiert. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die institutionelle Erneuerung und innere Diversifizierung als auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Staat, Politik und muslimischen Bevölkerungsgruppen.

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Herrschaftswechsel und Lebenswelten von Muslimen in Griechenland 1878-1897 (Nicole Immig)

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Herrschaftswechsel und Lebenswelten von Muslimen in Griechenland 1878-18971

Nicole Immig

Dieser Beitrag geht der Frage nach, inwieweit sich im Zeitraum 1878 bis 1897 der durch die territorialen Umwälzungen am Ende des 19. Jahrhunderts bedingte Wechsel von osmanischer zu griechischer Herrschaft auf Lebenswelten von Muslimen auswirkte und – möglicherweise im Zusammenspiel mit politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen – als Beweggründe für einen Verbleib und/oder aber für eine Emigration von Muslimen aus Griechenland verstanden werden können. Im Fokus der Untersuchung stehen die Region Thessalien und die Stadt Arta im heutigen Mittelgriechenland, die nach dem Berliner Kongress 1881 an das griechische Königreich angegliedert wurden.

Die Übernahme Artas und Thessaliens 1881

Der Berliner Kongress 1878, der nach dem kurzen Serbisch-Osmanischen bzw. Russisch-Osmanischen Krieg im südlichen Balkanraum eine Neuordnung bzw. Wiederherstellung der politischen Verhältnisse vornahm, hatte als Folge ungelöster Grenzkonflikte zwischen Griechenland und dem Osmanischen Reich beide Staaten aufgefordert, in Verhandlungen über mögliche Gebietsabtritte in Mittelgriechenland zu treten. Nach schwierigen und langwierigen Auseinandersetzungen einigten sich beide Staaten schließlich im Vertrag von Konstantinopel im Mai 1881 auf die Abtretung der Region Thessaliens und der Grenzstadt Artas im Epirus an das griechische Königreich. Auf dem an Griechenland abzutretenden Territorium lebten u.a. größere muslimische Bevölkerungsgruppen, ein Großteil in den thessalischen Städten Larisa (türk. Yenisehir), Trikala (Tirhala), Karditsa (Cardice), Volos sowie in Arta (Nardar). Schätzungen bewegen sich von etwa 35.000 bis zu 60.000 Muslimen bei...

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