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Islam auf dem Balkan

Muslimische Traditionen im lokalen, nationalen und transnationalen Kontext

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Edited By Jordanka Telbizova-Sack and Christian Voß

Die 13 interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Sammelbandes fokussieren die religiöse Landschaft des Balkans im Kontext zunehmender Globalisierung, erhöhter Mobilität und postsozialistischer Transformation. In den Panels «Historische Perspektiven: Islam, Staat und Politik», «Pluralisierung und Transformation», «Türkei: Transnationale Verflechtungen und Innenpolitik» und «Diversität, Identität und Debatten» werden politische, religiöse und kulturelle Prozesse auch im historischen Aufriss dargestellt und analysiert. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die institutionelle Erneuerung und innere Diversifizierung als auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Staat, Politik und muslimischen Bevölkerungsgruppen.

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Schiitische und alevitische Einflüsse bei den Sufi-Orden sunnitischen Ursprungs in Südosteuropa – Historische, religionsphilosophische und politische Dimensionen (Christoph Giesel)

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Schiitische und alevitische Einflüsse bei den Sufi-Orden sunnitischen Ursprungs in Südosteuropa – Historische, religionsphilosophische und politische Dimensionen

Christoph Giesel

Ausgangsproblematik

Die konfessionelle Vielfalt Südosteuropas lässt sich entgegen weitläufiger Wahrnehmungen nicht nur beim Christentum sondern auch innerhalb des südosteuropäischen Islam feststellen. Dort spielt zwar das Sunnitentum eine stark dominierende Rolle, jedoch finden sich auf dem Balkan auch Formen mystischer, heterodoxer islamischer Ausprägungen, die bestimmte schiitische Ursprünge und/oder Merkmale aufweisen und sich in ihren religiösen Philosophien sowie Praktiken in vielen Dingen vom „orthodoxen“ Mainstream des sunnitischen und schiitischen Islam unterscheiden.1

Das umfasst in erster Linie die sehr heterogene Glaubensgemeinschaft der Aleviten sowie den eng mit dieser verbundenen islamisch-mystischen Sufi- bzw. Derwisch-Orden der Bektaschi.2 Von Anatolien ausgehend haben sich ← 49 | 50 → diese Religionsformen spätestens im Rahmen der osmanischen Eroberungen ab dem 14. Jh. zunehmend auch in Südosteuropa verbreitet und weiter entwickelt. Ausgehend vom 13. Jh. haben sich im Verlaufe der Folgejahrhunderte bis heute komplexe Annäherungs- und Verschmelzungsprozesse zwischen den Aleviten als mystisch-islamische und weitgehend endogame geheimreligiöse Abstammungsgemeinschaft und dem Sufi-Orden der Bektaschi vollzogen, der sich im Kontrast zu den Aleviten wiederum nicht am Endogamie-, sondern religiösem Bekennungs- sowie Befähigungsprinzip orientiert.3

Daneben weisen auf dem Balkan auch weiterere, ursprünglich sunnitisch orientierte islamisch-mystische Sufi- bzw. Derwisch-Ordensgemeinschaften aus verschiedenen Gründen partielle, aus der Schia entstandene Merkmale auf, die vermutlich oftmals aber nicht unbedingt ausschließlich unter Vermittlung der Bektaschi...

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