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Islam auf dem Balkan

Muslimische Traditionen im lokalen, nationalen und transnationalen Kontext

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Edited By Jordanka Telbizova-Sack and Christian Voß

Die 13 interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Sammelbandes fokussieren die religiöse Landschaft des Balkans im Kontext zunehmender Globalisierung, erhöhter Mobilität und postsozialistischer Transformation. In den Panels «Historische Perspektiven: Islam, Staat und Politik», «Pluralisierung und Transformation», «Türkei: Transnationale Verflechtungen und Innenpolitik» und «Diversität, Identität und Debatten» werden politische, religiöse und kulturelle Prozesse auch im historischen Aufriss dargestellt und analysiert. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die institutionelle Erneuerung und innere Diversifizierung als auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Staat, Politik und muslimischen Bevölkerungsgruppen.

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Die öffentliche Diplomatie einer kommunikativen Figuration zwischen Sarajevo und Ankara: Das Verhandeln von Sicherheit, Kultur und Verwandtschaft (Thomas Schad)

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Die öffentliche Diplomatie einer kommunikativen Figuration zwischen Sarajevo und Ankara: das Verhandeln von Sicherheit, Kultur und Verwandtschaft

Thomas Schad

Thema und Fragestellung

In meinem Beitrag gehe ich der diskursanalytischen Frage nach, wie das Thema der muslimischen Unsicherheit und (forcierten) Abwanderung von bosniakischen Muslimen in die Türkei mit der Verdichtung der bosniakisch-türkischen Kulturdiplomatie der letzten beiden Jahrzehnte korrespondiert. Meine Beobachtungen basieren auf meinen Feldstudien zwischen Bosnien und der Türkei von 2014 bis 2017 und bieten einen Einblick in meine fortgeschrittene Dissertationsforschung. Ich beschreibe und analysiere in ihr einen Diskurs, dessen auffälligste Merkmale man in textuelle und praxeologische Aspekte gliedern kann (die jedoch eng miteinander verzahnt sind): erstens besteht das Handeln der Kulturdiplomatinnen aus der Produktion und Perzeption von Text, der sich aus historischen, religiösen und verwandtschaftlichen Themen der kulturellen Verbundenheit speist, und dessen narrativer Plot eine Umkehrbewegung von Fortgang, Verlust und Unsicherheit hin zu Rückkehr, Erbschaftsantritt und Sicherheitsversprechen erzählt. Eng verbunden mit der textuellen Ebene ist, zweitens, die Ebene medialer, kultureller und baulicher Praxis, wodurch die Narration reifiziert wird.

Auf textueller Ebene werden dabei die Themen der geteilten osmanischen Vergangenheit, der gemeinsamen Religion (Islam), der Rolle der Türkei als muslimischer Schutzmacht sowie der verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Bosniaken und Türken betont. Die Bedeutung, die der osmanischen Vergangenheit beigemessen wird, ist gleichzeitig Teil einer komplexeren Bewegung, die über den Horizont der bosniakisch-türkischen Figuration weit hinaus reicht: sie wird in der Türkei und in den...

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