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Die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball

Ein soziolinguistischer Vergleich in Deutschland und Frankreich

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Florian Koch

«Kanake» oder «Kartoffel»? Wörter beschreiben mehr als einzelne Objekte. Wörter teilen ein, grenzen aus und werten ab. Das soziale Phänomen der alltäglichen verbalen Gewalt stellt der Band am Beispiel des Amateurfußballs in Deutschland und Frankreich explorativ dar. Der Autor veranschaulicht, dass verbale Gewalt im Amateurfußball in beiden Ländern weit verbreitet ist. Die Mehrheit der berichteten konkreten verbalen Gewalt lässt dabei auf Gruppenbezogene Menschenfeindliche Einstellungen schließen. Hierbei überwiegen sexistische Beleidigungen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass der Schiedsrichter verbale Gewalt höchst unterschiedlich bewertet. Landesspezifische Konflikte schlagen sich hingegen nicht signifikant bei der Bewertung von verbaler Gewalt durch den Amateurschiedsrichter nieder. Vielmehr kann angenommen werden, dass das Regelwerk der FiFA Richtschnur deutscher und französischer Amateurschiedsrichter ist.

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7 Diskussion und Ausblick

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Das vorrangige Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es das soziale Phänomen der Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball in Deutschland und Frankreich umfassend zu beschreiben. Schwerpunkt ist dabei die alltägliche verbale Gewalt und deren Bewertung durch Amateurschiedsrichtern auf dem Fußballplatz.

Dafür wird das Modell – die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball (AdAmS) – empiriegestützt im Sinne der Grounded Theory entwickelt. Hierfür werden solange Daten mittels sich gegenseitig ergänzender Methoden erhoben, bis eine theoretische Sättigung bzw. eine konzeptionelle Repräsentativität erreicht wird (2.2). Die erhobenen Daten der Stichprobe werden sodann dem angewandten Mixed Methods Ansatz entsprechend deskriptiv ausgewertet und mittels inferenzstatistischer Verfahren auf Zusammenhänge und gruppenspezifische Unterschiede zwischen deutschen und französischen Amateurschiedsrichtern hin getestet.

Allerdings erweist sich der trianguläre Ansatz als besondere Schwierigkeit. Insbesondere ist eine leitfadengestützte Befragung in zwei Ländern extrem zeit- und arbeitsaufwendig. Ebenso sind sensible Fragen bei Face-to-Face-Interviews problematisch. Oftmals ist die Hemmschwelle in einer Befragungssituation zwischen Unbekannten zu hoch. Zudem ist es gerade das Ziel der Triangulation sowohl typische Repräsentanten als auch exotische Ausreißer einzubeziehen, um ein umfassendes Bild der realen Wirklichkeit zeichnen zu können. Die gewollte Komplexität eines Modells verursacht daher eine eher geringe Fallhäufigkeit pro Merkmalsausprägung. Dadurch können wiederum nur grundlegende inferenzstatistische Verfahren angewandt werden. Hinzu kommt, dass die Anzahl an Forschungsobjekten aufgrund des teils schwierigen Zugangs zum Forschungsfeld zwischen den beiden Ländern stark...

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