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Migration und Interkulturalität

Theorien – Methoden – Praxisbezüge

Edited By Kerstin Störl

Der massenhafte Zustrom von Menschen aus Syrien, nah- und fernöstlichen Ländern, Afrika und Nicht-EU-Staaten des Balkans, die 2015 und 2016 in Deutschland Asyl suchten, wurde als »Flüchtlingskrise« wahrgenommen. Der vorliegende Band enthält historische, philosophische, kulturwissenschaftliche, psychologische, linguistische und kommunikationswissenschaftliche Studien, die dieses aktuelle Migrationsphänomen und damit im Zusammenhang stehende Kulturkontaktsituationen interdisziplinär und anhand empirischer Daten beleuchten. Das Ziel ist die wissenschaftliche Diskussion anzuregen sowie Praxisvertretern fundierte Argumente anzubieten, um sich mit Missverständnissen in der Bevölkerung auseinander zu setzen, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und den gegenseitigen Respekt voreinander zu fördern.

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Gewaltmigration: Hintergründe, Bedingungen und Folgen

Gewaltmigration: Hintergründe, Bedingungen

und Folgen

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Jochen Oltmer

Violence-driven migration: Background, conditions and consequences

Though flight, displacement, deportation and the situations behind such experiences – (civil) war and collapse of the state – cannot be considered unique to modern times. Violence-driven migration can be described as a characteristic of the present age and contemporary history. This essay enquires into essential patterns of violence-driven migration, examines central processes of the initiation and implementation of forced migration and looks at how politics and practice treat people who have evaded violence and sought protection abroad.

Gewaltmigration kann als eine Nötigung zur räumlichen Bewegung verstanden werden, die keine realistische Handlungsalternative zuzulassen scheint. Von Gewaltmigration lässt sich sprechen, wenn staatliche oder quasi-staatliche, zum Teil auch nicht-staatliche Akteure (Über-)Lebensmöglichkeiten und körperliche Unversehrtheit, Rechte, Freiheit und politische Partizipationschancen von Einzelnen oder Kollektiven so weitreichend beschränken, dass diese sich zum Verlassen ihres Lebensmittelpunkts gezwungen sehen. Der Begriff der Flucht verweist auf das Ausweichen vor Makrogewalt (Zimmermann 2012), die zumeist aus politischen, ethno-nationalen, rassistischen, genderspezifischen oder religiösen Gründen ausgeübt oder angedroht wird. Im Falle von Vertreibungen, Umsiedlungen oder Deportationen organisieren und legitimieren institutionelle Akteure unter Androhung und Anwendung von Gewalt räumliche Bewegungen. Ziel ist es zumeist, (Teile von) Bevölkerungen zur Durchsetzung von Homogenitätsvorstellungen bzw. zur Sicherung oder Stabilisierung von Herrschaft zu entfernen, nicht selten aus eroberten oder durch Gewalt erworbenen Territorien.

Eine Vielzahl von Subbegriffen und Subkategorien kennzeichnet das Sprechen und das Schreiben über durch Androhung...

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