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Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Sterbehilfe unter besonderer Berücksichtigung der Sterbehilfe bei Minderjährigen

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Kristin Pauly

Niemand fragt, ob man geboren werden möchte. Hat der Mensch dann immerhin das Recht, frei über sein Ableben zu entscheiden?

Diese Frage bildet den Kern der Diskussion, ob Sterbehilfe verboten bleiben, geduldet oder erlaubt werden sollte. Während Deutschland die rechtlichen Rahmenbedingungen der Sterbehilfe sehr restriktiv gestaltet, haben insbesondere Belgien und die Niederlande jeweils ein umfassendes Sterbehilfegesetz ausgearbeitet. Um das undurchsichtige Geflecht der deutschen Rechtsordnung aufzulösen und das medizinische Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen zu stärken, bietet es sich an, von den Nachbarländern zu lernen, Vor- und Nachteile abzuwägen und eine ethisch sowie juristisch vertretbare Lösung für Deutschland zu entwickeln, die insbesondere auch Minderjährige berücksichtigt.

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Einleitung

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Niemand fragt, wie oder ob man geboren werden möchte. Hat der Mensch dann immerhin das Recht, frei über sein Ableben zu bestimmen? Genau diese Frage bildet den Kern der Diskussion, ob Sterbehilfe verboten bleiben, geduldet oder erlaubt werden soll. Sobald das Wort „Sterbehilfe“ in den Raum gestellt wird, gibt es kaum jemanden, der nicht seine Meinung dazu äußern möchte. Schnell entflammt eine emotionale Debatte, wobei oftmals außer Acht bleibt, dass es nicht „die eine Sterbehilfe“ gibt. Der Begriff vereint vielmehr eine große unübersichtliche Vielfalt an Formen, das Lebensende zu begrenzen. Dabei spielt nicht nur die lebensbegrenzende Maßnahme an sich eine Rolle, sondern auch, wer Sterbewilliger ist und wer die Sterbehilfe gibt. Je nachdem, ob der Sterbewillige voll- oder minderjährig, ein kerngesunder Rentner oder Komapatient und der Sterbehelfer Arzt, Angehöriger oder Mitglied einer Sterbehilfeorganisation ist, ändert sich neben der medizinischen und ethischen Betrachtungsweise vor allem auch die rechtliche Lage. Die entscheidende Frage bleibt dennoch immer gleich: Warum sollte ein Leben vor seinem natürlichen Ende überhaupt beendet werden? Bereits in der Antike wurden Formen der Sterbehilfe entwickelt und über ihre Berechtigung diskutiert1. Von besonderer Bedeutung war zu der Zeit das Erlangen eines „guten Todes“ im Sinne des Sterbens in Leidens- und Schmerzfreiheit2, bevorzugt durch Einnahme eines Giftes3. Ebenso galt es als hohes Gut, wenn der Tod „rechtzeitig“4 herbeigeführt werden konnte, wenn möglich durch eigene Hand, ansonsten mit Hilfe eines Arztes. Die Problemstellungen in ihrer heutigen Gestalt und...

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