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Rudolf Alexander Schröder und Ernst Zinn: Briefwechsel 1934–1961

Kommentierte Edition

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Edited By Hans-Albrecht Koch

Dreißig Jahre lang unterstützte den Dichter und Übersetzer Rudolf Alexander Schröder, den herausragenden Wegbereiter und eigenständigen Vertreter der literarischen Moderne, der Altphilologe und Komparatist Ernst Zinn, Editor der Werke Rilkes, Borchardts und Kassners. 1934 begann ein Briefwechsel, der bis an Schröders Lebensende anhielt und dessen Horaz- und Vergil-Übertragungen erst ermöglichte.

Die Edition vereint die rund 120 Briefe, Karten und Telegramme, darunter auch einige von Zinns Frau, der Sängerin Walburga Zinn, und Schröders Schwester, Dora Schröder, die aufseiten des Dichters einen Teil der Korrespondenz erledigte. Ein ausführlicher Kommentar ergänzt die Briefe, ordnet diese in ihren Kontext ein und erläutert historische Details und Anspielungen.

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Horaz. Zur Zweitausend-Feier. Von Rudolf Alexander Schröder

Horaz.

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Zur Zweitausend=Feier.

Von Rudolf Alexander Schröder.

Quintus Horatius Flaccus wurde am 8. Dezember des Jahres 65 v. Chr. geboren. Sein Heimatort Venusia liegt an der Stelle, an der die Via Appia, von Nordwesten kommend, den Apenin überquert, um dann südöstlich absteigend gen Brindisi und Tarent zu führen. Hier war damals eine „Dreiländerecke“ so daß Horaz von sich sagen konnte, er wisse nicht recht, ob er Lucaner oder Apuler sei. Der Ort war eine ansehnliche Landschaft; Horazens Vater war aus dem Stande der Unfreien emporgekommen, vielleicht nicht einmal ein Italiker, der sich durch kleinbürgerlichen Handelsbetrieb zu unabhängiger Stellung emporgearbeitet hatte. So sahen die Anfänge des Dichters aus, dessen Namen nachher Cäsar Augustus auf einer seiner stolzesten Urkunden in Stein graben [Druckfehler: graden] lassen sollte. Horaz hat mehrmals mit kindlicher Dankbarkeit seines Vaters gedacht, während wir von der Mutter nichts erfahren. Wir würden gern wissen, inwieweit dem Frühklugen schon gegen das Ende seiner ersten römischen Jahre eine Teilnahme an dem geistigen Leben sich erschloß. Als er Kind war, lebten noch Lucrez und Catull; Sallusts Historien sollten erst geschrieben werden, Ciceros bewegte Laufbahn ging ihrem Gipfel entgegen, die Glanzzeit hellenistischer Uebernahme, seit den Tagen des jüngeren Scipio vorbereitet, stand auf ihrem Höhepunkte. Politisch war die Zeit eine mehr als nur bewegte. Seit den Tagen der Gracchen und der gewaltsamen Restauration durch Sulla war die Republik nicht mehr zur Ruhe gekommen. Clodius und Milo,...

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