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Il ʻpensiero per immaginiʼ e le forme dell'invisibile / Das ‚Denken in Bildern‘ und die Formen des Unsichtbaren

Atti del Convegno Internazionale Cagliari 7–9 marzo 2018 / Akten der Internationalen Tagung Cagliari 7.–9. März 2018

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Edited By Laura Follesa

Questo libro è un volume bilingue e di carattere interdisciplinare che raccoglie i contributi di 14 studiosi sul tema del „pensare per immagini" analizzato da diverse angolazioni (storia della cultura, della filosofia e della scienza, estetica, letteratura e antropologia). Con l’espressione "pensiero per immagini" (o pensiero visuale), si intende una particolare modalità di pensiero, alternativa e complementare al pensiero logico e astratto che già in epoca moderna tra XVII e XVIII secolo aveva attirato l’attenzione di filosofi e studiosi. Nel presente lavoro verranno analizzati sia la storia del concetto che il suo significato culturale e sociale nell’ambito discussioni scientifiche più recenti.

Dieses zweisprachige und interdisziplinäre Buch sammelt die Beiträge von 14 Spezialisten, die das Thema „Denken in Bildern" aus verschiedenen Perspektiven (Kultur-, Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte, Ästhetik, Literatur und Anthropologie) untersuchen. Das „Denken in Bildern" (oder „Bilddenken") ist eine besondere Denkform, alternativ und ergänzend zu logisch-abstraktem Denken, die schon Autoren im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert erforscht haben. Der Begriff „Denken in Bildern" wird durchforscht, mit dem Ziel, seine Geschichte und seine kulturelle und soziale Bedeutung bis zum gegenwärtigen Stand der Diskussion zu erklären.

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Andreas Schmidt: Begriff und Mustererkennung: Zur Theorie des Schemas bei Kant

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Andreas Schmidt

Begriff und Mustererkennung: Zur Theorie des

Schemas bei Kant

Abstract: This paper explores Kant’s doctrine of the schematism of the power of imagination. I argue that in order to understand a concept, I must, according to Kant, be able to use it; in order to use it, I must have the capacity to recognize relevant patterns that make this use possible. These capacities lie at the core of what Kant calls ‘scheme’. I argue that the necessity of pattern recognition holds even for the use of transcendental concepts in concrete situations and that thus Kant’s doctrine of the schematism is not superfluous to transcendental philosophy. The paper ends with an outlook on the role of the scheme in Kant’s aesthetics, especially in his theory of the beautiful and his theory of the aesthetic idea.

Keywords: Immanuel Kant, Schema, Schematism, Pattern recognition, Esthetic idea, Imagination

1 Einführung

Das Schematismus-Kapitel in Kants Kritik der reinen Vernunft gilt als dunkel. Ein Aufsatz von Walter Zschocke beginnt so:

In der Kritik der reinen Vernunft ist das Kapitel über den Schematismus der reinen Verstandesbegriffe oft als eins der unverständlichsten bezeichnet worden, und das mit Recht; denn, wenn man es gelesen hat, so ist man zunächst völlig ratlos darüber, was wohl Kant unter dem Worte Schematismus verstehe.1

Ernst Robert Curtius schreibt: ‚Zu den verrufensten Partien in der Kritik der reinen Vernunft gehört das Kapitel Von dem Schematismus der reinen Verstandesbegriffe, ‚welches‘, nach Schopenhauer, ‚als höchst dunkel berühmt ist, weil kein Mensch je hat daraus klug werden können“.2 Einige, etwa Erich Adickes und Curtius, meinen, es sei eigentlich in der Kritik der reinen Vernunft überflüssig, und Kant mißverstehe seine eigene Lehre, wenn er dieses Kapitel einschiebt: Er versucht ein Problem zu lösen, das innerhalb seiner Theorie gar nicht besteht.3 ←99 | 100→Kant jedoch ist anderer Ansicht. Noch 1797 schreibt er: ‚Uberhaupt ist der Schematism einer der Schwierigsten Puncte. — Selbst Hr. Beck kann sich nicht darein finden. – Ich halte dies Capitel für eins der wichtigsten.‘4 Ich denke, er hat recht. Das, was Kant ‚Schema‘ nennt, erfüllt eine wichtige Funktion in seiner Theorie. Ich versuche im Folgenden, die Lehre vom Schematismus zu erläutern, wobei ich mich vor allem an Kants eigenen Beispielen orientiere. Ich schließe mit ein paar Bemerkungen zur Rolle des Schematismus in Kants Kritik der Urteilskraft.

Kant behauptet, daß jedem Begriff ein Schema korrespondieren muß. Das Schema ist die Bedingung dafür, den Begriff überhaupt zu verstehen.5 Um das Schema als Bedingung des Verstehens näher zu erläutern, unterscheidet er im Schematismus-Kapitel der Kritik der reinen Vernunft drei Arten von Begriffen: mathematische Begriffe, empirische Begriffe und reine Verstandesbegriffe, denen jeweils drei Arten von Schemata entsprechen. Ich betrachte im Folgenden diese drei Arten von Begriffen, um herauszufinden, was Kant unter ‚Schema‘ versteht.

2 Mathematische Begriffe: Das Schema als Vermögen der Bildproduktion

Was die mathematischen Begriffe betrifft, so verwendet Kant unter anderem den Begriff des Dreiecks als Beispiel. Wenn ich ein Dreieck auf ein Blatt Papier zeichne oder es mir in der Einbildungskraft vorstelle, dann produziere ich ein Bild des Dreiecks. Das Schema ist nicht das Bild, sondern, wie Kant sagt, ‚eine Regel der Synthesis der Einbildungskraft in Ansehung reiner Gestalten im Raume‘.6 Das ←100 | 101→Schema wird also zunächst als eine Regel bezeichnet. Kant knüpft hier vermutlich an eine Diskussion zwischen Locke und Berkeley an.7 Locke unterscheidet in seiner Sprachphilosophie zwischen Wörtern, Ideen und Gegenständen, wobei er Ideen mit Bildern vergleicht. Nun ist Locke Nominalist. Es gibt also keine abstrakten Gegenstände. Es gibt aber ohne Zweifel Wörter, die auf viele Dinge zutreffen: Es gibt generelle Termini. Was fungiert als Bedeutung der generellen Termini, wenn es keine abstrakten Gegenstände gibt, auch nicht im Geist? Locke sagt dazu nun Folgendes:

So muß man zum Beispiel eine gewisse Mühe und Geschicklichkeit aufwenden, um die allgemeine Idee eines Dreiecks zu bilden […], denn das Dreieck darf weder schief- noch rechtwinkling, weder gleichseitig noch gleichschenklig, noch ungleichseitig sein; vielmehr muß es zugleich alles und nichts von alledem sein.8

Wenn nun Ideen Bilder sind, ergäbe das in der Tat ein merkwürdiges Bild. Genau deswegen wurde Lockes Konzeption von Berkeley kritisiert. Er schreibt:

Falls irgend jemand die Fähigkeit besitzt, in seinem Geist eine solche Dreiecksidee zu bilden, wie sie hier beschrieben ist, so ist es vergeblich, sie ihm abdisputieren zu wollen; ich unternehme das nicht. Mein Wunsch geht nur dahin, der Leser möge sich vollständig und mit Gewißheit überzeugen, ob er eine solche Idee hat oder nicht. Und dies, denke ich, kann für niemand eine schwer zu lösende Aufgabe sein. Was kann einem jeden leichter sein, als ein wenig in seinen eigenen Gedankenkreis hineinzuschauen und zu erproben, ob er eine Idee, die der Beschreibung, welche hier von der allgemeinen Idee eines Dreiecks gegeben worden ist, entspricht, hat oder erlangen kann, die Idee eines Dreiecks, welches weder schiefwinklig noch rechtwinklig, weder gleichseitig noch gleichschenklig noch ungleichseitig, sondern dies alles und zugleich auch nichts von diesem ist?9

Der Sinn dieser ironischen Passage ist klar: So ein merkwürdiges mentales Bild gibt es nicht.

Ich lese Kants Rede von der ‚Regel‘ als Beitrag zu dieser Diskussion. Die Bedeutung des generellen Terminus ist das Schema, und das Schema interpretiere ich als das Vermögen, ein korrektes, regelkonformes Bild z. B. eines Dreiecks hervorzubringen. Halten wir also als erste These fest: Ein Schema ist ein Vermögen der regelkonformen Bildproduktion.

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Ein weiteres Beispiel Kants ist der Begriff der Zahl Fünf. Auch hier unterscheidet Kant Schema und Bild. Wenn ich auf einem Blatt Papier fünf Punkte nebeneinandersetze, habe ich ein Bild der Zahl Fünf. Das Schema hingegen ist die ‚Vorstellung […] von einem allgemeinen Verfahren der Einbildungskraft, einem Begriff sein Bild zu verschaffen‘.10 Diese Betonung des Verfahrens verstehe ich wieder so, daß das Schema kein Bild ist, sondern das Vermögen der Einbildungskraft, zu einem gegebenen Begriff ein Bild zu konstruieren: ein Bild, das diesen Begriff exemplifiziert – zum Begriff Fünf z. B. fünf Punkte. Das Schema ist sozusagen ein Vermögen zu einem bildgebenden Verfahren. Allerdings sagt Kant hier nicht, daß das bildgebende Vermögen selbst das Schema ist, sondern die Vorstellung des Vermögens. Aber das ist nicht unplausibel: Um einen mathematischen Begriff zu verstehen, muß ich ihn anwenden können; um ihn anwenden zu können, muß ich ihn erstens durch ein Bild exemplifizieren können und zweitens auch wissen, daß ich das kann. Kant ist also Internalist, was das Verstehen von Begriffen betrifft. Ein Vermögen, dessen ich mir nicht bewußt wäre, könnte auch kein Verstehen konstituieren. Ich werde später auf diese Wissensbedingung noch einmal zurückkommen.

3 Empirische Begriffe: Das Schema als Vermögen der Mustererkennung

Kant wendet sich dann einem empirischen Begriff zu, dem Begriff ‚Hund‘. Nun ist es nicht so recht plausibel zu sagen, mein Verstehen des Begriffs ‚Hund‘ bestehe darin, daß ich Bilder von Hunden konstruieren kann – das kann ich bei mangelnder Zeichenbegabung eher nicht. Aber es gibt eine benachbarte Fähigkeit, die wir zur Erläuterung heranziehen können: Die Fähigkeit der Klassifikation in Wahrnehmungssituationen. Ich verstehe den Begriff ‚Hund‘, wenn ich die Fähigkeit habe, zumindest in Alltagssituationen Hunde als solche identifizieren zu können. Um das zu können, muß ich über ein entsprechendes Vermögen der Mustererkennung verfügen – ich muß hundetypische Wahrnehmungsmuster nicht produzieren, aber sie identifizieren können.11 Daß ich die Regeln, die ich dabei anwende, nicht explizit kenne, betont Kant selbst, wenn er schreibt:

Dieser Schematismus unseres Verstandes in Ansehung der Erscheinungen und ihrer bloßen Form ist eine verborgene Kunst in den Tiefen der menschlichen Seele, deren ←102 | 103→wahre Handgriffe wir der Natur schwerlich jemals abraten und sie unverdeckt vor Augen legen werden.12

Es gehört also zum Verstehen von Begriffen, daß wir sie mit einem Vermögen der Mustererkennung verbinden können.

An diesem Beispiel können wir uns auch klarmachen, daß es sich um ein Vermögen sui generis handelt, nicht um ein begriffliches Vermögen. Man könnte sich z. B. jemanden denken, der vieles über Hunde weiß: Sie haben normalerweise vier Beine, bellen typischerweise, etc. – aber unfähig wäre, Hunde in Wahrnehmungssituationen zu identifizieren. Nach Kant müßte man sagen, daß solche Personen über keinen ‚schematisierten‘ Begriff des Hundes verfügen und daher den Begriff eigentlich gar nicht wirklich verstehen. Wir verstehen einen Begriff, wenn wir ihn gebrauchen können; aber ‚Gebrauch‘ involviert hier auch den Gebrauch in Wahrnehmungssituationen; zum Verstehen des Begriffs gehört die Vermittlung zum Wahrgenommenen mittels Mustererkennung mit dazu.13

Kant nähert die Mustererkennung der Bildproduktion vermutlich deswegen an, weil für ihn visuelle Wahrnehmung ein aktiver Prozeß ist. An einer Stelle schreibt er z. B., daß die Wahrnehmung eines Hauses mit der aktiven Nachzeichnung der Konturen des Hauses verbunden ist, wodurch das Mannigfaltige der Anschauung allererst zu einem wahrgenommenen Gegenstand ‚synthetisiert‘ wird: ‚Wenn ich also z. B. die empirische Anschauung eines Hauses durch Apprehension des Mannigfaltigen derselben zur Wahrnehmung mache, so […] zeichne [ich] gleichsam seine Gestalt […].‘14 Insofern ist Mustererkennung für Kant nichts rein Passives, sondern ein Sonderfall der Bildproduktion.15

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4 Reine Verstandesbegriffe: Das Schema als Vermögen zeitlicher Mustererkennung

Schwieriger wird es nun bei den reinen Verstandesbegriffen. Kant stellt das Problem, dem er sich hier widmen möchte, folgendermaßen dar: Begriffe können – ganz allgemein – nur dann korrekterweise auf die Anschauung angewandt werden, wenn Anschauung und Begriff ‚gleichartig‘ sind, wie Kant sagt, d. h. wenn das Angeschaute die Eigenschaften hat, die im Begriff gemeint sind. Ich kann z. B. einen Teller unter den Begriff, kreisförmig zu sein, subsumieren, weil der Teller in der Anschauung als etwas Kreisförmiges gegeben ist. Im Fall der reinen Verstandesbegriffe gibt es aber, so Kant, eine Ungleichartigkeit zwischen Anschauung und Begriff, die die Legitimität der Anwendung in Frage stellt. Diese Ungleichartigkeit soll nun durch ein Drittes, das irgendwie zwischen Begriff und Anschauung steht, aufgehoben werden, und diese Rolle des Dritten soll das Schema spielen.

Die Idee ist, daß hier dem reinen Verstandesbegriff das bloße unsynthetisierte Mannigfaltige der Anschauung gegenübersteht. Daher sei die Bedingung der legitimen Anwendbarkeit der reinen Verstandesbegriffe auf die Anschauung nicht gegeben, da die Anschauung die Eigenschaften, die im Begriff vorgestellt wird, ja gar nicht aufweist. Die reinen Verstandesbegriffe müssen aber anwendbar sein auf die Anschauung (das soll ja die transzendentale Deduktion gezeigt haben). Die Lösung soll dann darin bestehen, daß ein sogenanntes ‚Schema‘ eingeführt wird, das Eigenschaften der Anschauung und Eigenschaften des Begriffs in sich vereint und für die geforderte Gleichartigkeit sorgt. Aber hier lassen sich mindesten zwei Einwände erheben.

Erstens ist das Problem, das Kant hier sieht und mit dem Schematismus lösen will, nicht unmittelbar einsichtig. Natürlich weist hier die Anschauung nicht die Eigenschaften auf, die im Begriff vorgestellt werden (Substantialität, Kausalität… etc.). Aber das versteht sich von selbst: Es ist ja gerade Kants These, daß wir die Kategorien sozusagen in die Anschauung hineinprojizieren. Natürlich wenden wir die Kausalitätskategorie nicht erst an, wenn wir einen Fall von Kausalität wahrnehmen – die Kausalitätskategorie ist ja konstitutiv dafür, daß es Fälle von Kausalität gibt. Das, was Kant als Problem zu beschreiben scheint, ist gar keines. It’s not a bug, it’s a feature. Wir können denselben Sachverhalt auch ←104 | 105→anders formulieren. Nehmen wir an, es sei tatsächlich für die Anwendung der Kategorien nötig, daß in die Anschauung durch Schemata vermittelt wird – nun, dann wäre das Mannigfaltige der Anschauung eben schon (durch das Schema) gemäß den Verstandesbegriffen geformt. Die Verstandesbegriffe hätten gar nichts Wesentliches mehr zu tun und Kants Theorie, daß sie eine erfahrungskonstitutive Funktion haben, wäre falsch.

Zweitens scheint die Lösung nicht zu funktionieren. Wenn es aufgrund ihrer ‚Ungleichartigkeit‘ keine Einheit von reinem Verstandesbegriff und Anschauung geben kann, dann kann man das Problem nicht lösen, indem man etwas Drittes einführt, das gerade dadurch charakterisiert wird, daß in ihm eine Einheit von reinem Verstandesbegriff und Anschauung vorliegt. Entweder die Einheit ist unmöglich, dann kann sie auch in keinem Dritten stattfinden. Oder sie ist möglich, dann ist kein Drittes notwendig.

Zunächst zum ersten Einwand. Hat Kant also seine eigene Theorie falsch verstanden? Ich glaube nicht, daß das der Fall ist; wir können den Äußerungen durchaus einen guten Sinn abgewinnen. Gewiß, wir legen die reinen Verstandesbegriffe (Substanz, Kausalität etc.) in die Anschauung hinein, und nur dadurch gibt es Fälle von Substantialität und Fälle von Kausalität. Aber wir ‚projizieren‘ sie nicht beliebig in die Anschauung.16 Obwohl es unabhängig von dieser Projektion keine Fälle von Substantialität oder Kausalität in der Erfahrung gibt, gibt es doch Muster in der Anschauung, die wir auffinden müssen, um dann die reinen Verstandesbegriffe berechtigterweise auf die Anschauung anzuwenden. (Man denke noch einmal an das Beispiel des Begriffs ‚Hund‘. Es wäre, wie gesagt, denkbar, daß ich zwar über den Begriff ‚Hund‘ verfüge und daher auch einiges über Hunde sagen kann, aber unfähig wäre, Hunde in der Wahrnehmung zu erkennen, weil mir die entsprechende visuelle Mustererkennung und damit das know-how der Begriffsanwendung fehlt. Ähnlich ist es mit den reinen Verstandesbegriffen. Man könnte sich denken, daß ich z. B. über die reinen Verstandesbegriffe ‚Substanz‘ oder ‚Kausalität‘ verfüge, auch a priori wüßte, daß alles in der Erfahrung eine Ursache hat und jedem Wechsel eine Substanz zugrunde liegt, aber die Kategorien nicht in concreto anwenden kann, weil ich nicht weiß, anläßlich welcher Muster in der Wahrnehmung ich sie anzuwenden habe. Das Schema ist dann, auch im Fall der reinen Verstandesbegriffe, das gewußte Vermögen, ein ←105 | 106→den Begriffen korrespondierendes Muster in der Anschauung identifizieren zu können. Während nun die Muster des Dreiecks und des Hundes räumliche Muster sind, sind die Muster der reinen Verstandesbegriffe Kant zufolge zeitliche Muster – Kant spricht von ‚transzendentalen Zeitbestimmung[en]‘17 – einfach deswegen, weil die Zeit, anders als der Raum, das universale Medium aller Vorstellungen ist. Kant beschreibt dann auch diese zeitlichen Muster etwas näher – ich greife Substanz und Kausalität heraus:

Das Schema der Substanz ist die Beharrlichkeit des Realen in der Zeit, d. i. die Vorstellung desselben [sc. des Realen] als eines Substratum der empirischen Zeitbestimmung überhaupt, welches also bleibt, indem alles andre wechselt.18

Wenn in der Anschauung also etwas konstant bleibt und anderes wechselt, dann ist das Bleibende prima facie eine Substanz und das Wechselnde prima facie ein Akzidens. Zur Kausalität schreibt Kant:

Das Schema der Ursache und der Kausalität eines Dinges überhaupt ist das Reale, worauf, wenn es nach Belieben gesetzt wird, jederzeit etwas anderes folgt. Es besteht also in der Sukzession des Mannigfaltigen, so fern sie einer Regel unterworfen ist.19

Ich lese das so, daß wir prima facie berechtigt sind, die Kausalitätskategorie anzuwenden, wenn Ereignistypen in regelmäßiger Weise in der Anschauung aufeinanderfolgen.

Zwei Dinge müssen allerdings betont werden, damit man diese Formulierungen nicht mißversteht. Manche scheinen diese Formulierungen nämlich so zu verstehen, daß es sich um operationalisierte Definitionen der jeweiligen Kategorien handelt.20 Meines Erachtens ist das in zweifacher Weise falsch.

Erstens: Es handelt sich nicht um Definitionen in dem Sinne, daß ich davon begriffliches Wissen habe; wie im Fall des Dreiecks und im Fall des Hundes soll durch diese Formulierungen ein know-how wiedergegeben werden; nicht etwas, das in der Form von Begriffen in meinem Geist repräsentiert wäre.

Zweitens: Es handelt sich um Kriterien der Anwendung, die weder notwendig noch hinreichend für den korrekten Kategoriengebrauch sind – deswegen habe ich oben auch immer den Ausdruck ‚prima facie‘ eingefügt. Es handelt sich um Stereotypen, die mir erlauben, Begriffe in Standardsituationen korrekt anzuwenden; aber es sind nur Stereotypen. Man denke wieder an das Beispiel des ←106 | 107→Hundes: Ich kann normalerweise Hunde von anderen Tieren gut unterscheiden. Aber ich habe keine Ahnung, wie Biologen Hunde heutzutage tatsächlich definieren. Ich will nicht ausschließen, daß es Fälle gibt, die ich spontan als Hund klassifizieren würde, die nach korrekter Definition aber keine Hunde sind, oder umgekehrt, daß ich eine bestimmte Hundeart nicht als solche erkennen würde. Schemata sind keine Definitionen, sondern mehr oder weniger zuverlässige Stereotypen, die mir erlauben, den Begriff ‚Hund‘ im Alltag anzuwenden. Die Anwendung meiner Begriffe ist aber durch die Wissenschaften jederzeit korrigierbar – und ähnlich ist es mit den Schemata der Kategorien: Nicht alles Beständige in der Wahrnehmung ist eine Substanz; nicht jede regelmäßige Aufeinanderfolge von Ereignistypen ist ein Fall von Kausalität. So einfach ist Wissenschaft nicht.

5 Das Schema als Produkt der Einbildungskraft

An dieser Stelle muß ich aber noch auf ein weiteres Problem eingehen, das bei der Lektüre des Schematismus-Kapitels in der Kritik der reinen Vernunft Schwierigkeiten macht. So wie ich die Sache bisher beschrieben habe, ist die Einbildungskraft der Adressat für die Regel; es ist die Einbildungskraft, die durch das Schema geregelt wird. Und so drückt sich Kant auch oft aus. Manchmal aber sagt Kant auch, das Schema sei das Produkt der Einbildungskraft.21 Das scheint nun fatale Folgen zu haben: Erstens klingt es so, als müßte mir die Regel der Mustererkennung doch irgendwie geistig vorschweben, so daß Kant seinen Vorteil gegenüber Locke wieder aus der Hand gäbe. Zweitens droht ein unendlicher Regreß: Wenn mir eine Regel der Mustererkennung geistig vorschweben muß, dann wohl seinerseits als eine Art Muster. Dann setzt aber das Schema ein zweites Schema voraus, und so weiter ins Unendliche.22 Ich schlage daher vor, Kant so zu lesen, daß hier nicht von zwei Aktivitäten der Einbildungskraft die Rede ist – als Adressat der Regel und Produzent der Regel –, sondern nur von einer, die gleichzeitig Adressat und Produzent des Schemas ist. Was heißt das? Um ein Verstehen des Begriffs zu ermöglichen, muß man die Regel für die Einbildungskraft kennen, man muß Bekanntschaft mit ihr haben. Diese Bekanntschaft mit der Regel, so meine These, geht der Ausführung der Regel nicht voraus – wäre es so, wären Regreßprobleme unvermeidlich –, sondern ist mit der Ausführung der ←107 | 108→Regel simultan. Die Bekanntschaft mit der Regel stellt sich im Tun ein, das heißt in der regelgeleiteten Aktivität der Einbildungskraft selbst. The proof of the pudding is in the eating. Im Vollziehen des Synthetisierens des Hundebildes erfasse ich, ob ich ein Hunde-Stereotyp habe und worin es besteht. Und da zum Schema per definitionem nicht nur die Regel, sondern auch das Erfassen der Regel gehört, ist das Schema in der Tat nicht nur eine Regel für die Einbildungskraft, sondern auch ein Produkt der Einbildungskraft, nämlich Produkt ihrer geregelten Tätigkeit.

Wir können hier noch etwas präziser sein. Genauer scheint sich Kant nämlich die Sache so vorzustellen, daß ich die Regel der Synthese im Gehalt der synthetisierten Wahrnehmung selbst erfasse – eben im Muster, das ich in der Wahrnehmung identifiziere. Den Regelcharakter erfasse ich im Muster dadurch, daß ich es als etwas Wiederholbares wahrnehme. Oder anders ausgedrückt: Durch die Mustererkennung füge ich das Wahrgenommene spontan in eine Ähnlichkeitsklasse ein und bin mir dessen bewußt, daß es Element einer Klasse ist. Damit erfasse ich durch das Vermögen der Mustererkennung etwas Allgemeines in der besonderen Wahrnehmung.23 So schreibt Kant:

Der Begriff vom Hunde bedeutet eine Regel, nach welcher meine Einbildungskraft die Gestalt eines vierfüßigen Tieres allgemein verzeichnen kann, ohne auf irgend eine einzige besondere Gestalt, die mir die Erfahrung darbietet, oder auch ein jedes mögliche Bild, was ich in concreto darstellen kann, eingeschränkt zu sein.24

Damit scheint Kant der Lockeschen Position nun doch nicht so fern zu stehen, wie es zunächst schien. Der Unterschied ist freilich, daß Kant ein Erklärungsangebot für diese merkwürdige Verfaßtheit der Wahrnehmung hat: Die Allgemeinheit der wahrgenommenen Gestalt ist ein Reflex des Vermögens der Mustererkennung. Daß diese Erklärung einer in der Wahrnehmung gegebenen Allgemeinheit noch viele Fragen offenläßt, sei indes zugestanden.

Auf diese Weise läßt sich nun auch das zweite der oben genannten Probleme des transzendentalen Schematismus lösen, das Problem des ‚Dritten‘ als vermittelnde Größe. Dieses Dritte, so Kant, muß ‚einerseits intellektuell, andererseits sinnlich‘ sein.25 Wenn sich das Vermögen der Mustererkennung tatsächlich als ←108 | 109→etwas Allgemeines im Gehalt der Wahrnehmung widerspiegelt, dann haben wir genau das, was von Kant gefordert wurde: Etwas, das besonders und allgemein, sinnlich und intellektuell zugleich ist. Ich würde daher vorschlagen, Kants Verweis auf dieses vermittelnde ‚Dritte‘ nicht als das Explanans der Möglichkeit der Begriffsanwendung aufzufassen – wäre es das, wäre die Erklärung zirkulär –, sondern als Reformulierung des Explanandums. Kant würde dann folgendermaßen argumentieren: Was wir bräuchten, um die Begriffsanwendung im Einzelfall zu erklären, wäre eine Einheit von Allgemeinem und Besonderem in der Wahrnehmung; wie diese Einheit aber zustande kommt, ist zu Beginn des Schematismus-Kapitels gerade das Problem. Erklärt wird diese Einheit dann im Verlauf des Kapitels durch Kants Theorie des Schemas als Vermögen sui generis der Mustererkennung.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß Kant den Begriff des Schemas auf so unterschiedliche Weise charakterisiert, daß sich leicht der Eindruck einer Ambiguität, wenn nicht gar einer Verwirrung, von seiten Kants einstellt: Das Schema als Regel, als Bewußtsein der Regel, als Ergebnis der Anwendung der Regel. Mein Vorschlag besteht darin, alle diese Charakterisierungen zu verstehen als verschiedene Aspekte eines einheitlichen Schemabegriffs. Alle drei Aspekte müssen vorhanden sein, damit nach Kant von einem Schema im Vollsinn die Rede sein kann.

6 Schematisierungen außerhalb des Erkenntnisprozesses

Zum Abschluß möchte ich noch eine kurze Bemerkung zur Ästhetik hinzufügen. In der Kritik der reinen Vernunft hat der Schematismus eine dienende Funktion; er ist nötig für Begriffsanwendung und damit für Erkenntnis – das ist dem Thema der ersten Kritik geschuldet. Wenn wir unter ‚Schema‘ aber, wie ich es hier vorgeschlagen habe, ein Vermögen der Mustererkennung verstehen, dann spielt es auch eine große Rolle in Kants Ästhetik. Zwar taucht der Terminus ‚Schema‘ in der Kritik der Urteilskraft kaum auf, die Sache freilich ist auch dort präsent und wir können die Schematismus-Lehre für eine Interpretation der Kritik der Urteilskraft gewinnbringend anwenden. Und wir sehen dann, daß sich hier die Schemata von ihrer dienenden Rolle emanzipieren und beginnen, ein Eigenleben zu führen. Das ist der Fall beim Geschmacksurteil – darunter versteht Kant das Urteil, daß etwas schön ist – als auch bei dem, was Kant ‚ästhetische Idee‘ nennt.

Sehen wir uns zunächst Kants Theorie des Schönen an. Im Fall eines Erkenntnisurteils treten in der Wahrnehmung die Einbildungskraft – durch ihre Schema-geleitete Tätigkeit der Mustererkennung – und der Verstand in ein harmonisches ←109 | 110→Verhältnis, das darin terminiert, daß das Wahrgenommene unter einen Begriff subsumiert wird. Ja mehr noch: Die Tätigkeit der Einbildungskraft wird im Fall der Erkenntnis so sehr dem Verstand untergeordnet, daß Kant sie in der zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft sogar mit der Verstandestätigkeit identifiziert; ‚die transzendentale Synthesis der Einbildungskraft‘, heißt es hier, sei ‚eine Wirkung des Verstandes auf die Sinnlichkeit und die erste Anwendung derselben‘.26 Im Fall des Geschmacksurteils, daß etwas schön ist, verhält es sich anders. Hier treten zwar ebenfalls beide Vermögen in ein harmonisches Verhältnis, dieser Prozeß terminiert aber nicht in einer Subsumtion des Wahrgenommenen unter einen Begriff. Damit es jedoch zu einem harmonischen Verhältnis mit dem Verstand kommt, muß die Einbildungskraft auch hier das tun, was sie im Fall der Erkenntnis tut: Sie erfaßt Muster im Wahrgenommenen. Auch hier spielt der Schematismus also eine zentrale Rolle, mit dem Unterschied freilich, daß die Tätigkeit der Einbildungskraft nicht funktional auf ein Erkenntnisurteil ausgerichtet ist, sondern selbst einen Eigenwert erhält.27 Die Einbildungskraft identifiziert Muster; aber der Verstand greift sozusagen nicht zu, ja er darf nicht zugreifen, denn die Mustererkennung als solche produziert gerade das ästhetische Vergnügen.

Bei der ‚ästhetischen Idee‘ hingegen liegt ein Fall vor, bei dem der Verstand durchaus zugreifen, das Wahrgenommene unter einen Begriff subsumieren will, die Einbildungskraft aber so viele Vorstellungen hervorbringt, daß der Verstand sie nicht mehr prozessieren kann. Kant schreibt: ‚[U];nter einer ästhetischen Idee aber verstehe ich diejenige Vorstellung der Einbildungskraft, die viel zu denken veranlaßt, ohne daß ihr doch irgendein bestimmter Gedanke, d. i. Begriff, adäquat sein kann, die folglich keine Sprache völlig erreicht und verständlich machen kann.‘28 Oder etwas später:

Mit einem Worte, die ästhetische Idee ist eine einem gegebenen Begriffe beigesellte Vorstellung der Einbildungskraft, welche mit einer solchen Mannigfaltigkeit der Teilvorstellungen in dem freien Gebrauche derselben verbunden ist, daß für sie kein Ausdruck, der einen bestimmten Begriff bezeichnet, gefunden werden kann, die also zu einem Begriffe viel Unnennbares hinzu denken läßt, dessen Gefühl die Erkenntnisvermögen belebt und mit der Sprache, als bloßem Buchstaben, Geist verbindet.29

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Wenn hier die Einbildungskraft den Verstand ‚zu denken veranlaßt‘, dann muß wohl auch hier die mustererkennende oder mustergenerierende Einbildungskraft gemeint sein, die nun sogar den Verstand überflutet, so daß er zwar noch einen allgemeinen Begriff finden kann – den Begriff, den der Künstler durch die ästhetische Idee darstellen will –, aber immer von noch Unbegriffenem umgeben ist. Hier droht also der wuchernde Schematismus der Einbildungskraft den Verstand zu überwältigen, freilich im safe space der Kunstrezeption.

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1 W. Zschocke, ‚Über Kants Lehre vom Schematismus der reinen Vernunft‘, Kant-Studien 12 (1907), S. 157–212, dort S. 158.

2 E. R. Curtius, ‚Das Schematismuskapitel in der Kritik der reinen Vernunft‘, Kant- Studien 19 (1914), S. 338–366, dort S. 338.

3 E. Adickes, Immanuel Kant’s Kritik der reinen Vernunft, Berlin: Mayer & Müller, 1889, S. 171, Anm. 1: ‚Nach meiner Ansicht ist dem Abschnitt über den Schematismus gar kein wissenschaftlicher Wert beizumessen.‘ E. R. Curtius, ‚Das Schematismuskapitel in der Kritik der reinen Vernunft‘, Kant-Studien 19 (1914), S. 338–366, hier S. 363: ‚Die Einführung des Subsumtionsschematismus liegt meines Erachtens nicht in dem Problem selbst begründet, sondern – in dem Zwang, den die von Kant gewählte Systematik auf die schriftstellerische Darstellung seiner Gedanken ausübte.‘

4 I. Kant, Gesammelte Schriften, Bd. 1–22 hrsg. von der Preussischen Akademie der Wissenschaften, Bd. 23 von der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, ab Bd. 24 von der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen [= AK], Berlin [u. a.]: De Gruyter, 1928, Bd. XVIII, S. 687.

5 I. Kant, Kritik der reinen Vernunft, Riga: Hartknoch, 1781 (= A), Zweyte hin und wieder verbesserte Auflage. Riga: Hartknoch, 1787 (= B). Nach B 180/A 142 ist der Schematismus die Bedeutung eines empirischen Begriffs, nach B 185/A 146 die Bedingung, unter der reine Verstandesbegriffe Bedeutung haben; nach B 195/A 156 wären Begriffe ohne Schema ‚ohne Sinn und Bedeutung‘.

6 B 180/A 140 f.

7 S. dazu L. Freuler, ‚Schematismus und Deduktion in Kants Kritik der reinen Vernunft‘, Kant-Studien 82 (1991), S. 397–413, dort S. 399 mit Verweis auf Alexis Philonenko.

8 J. Locke, Versuch über den menschlichen Verstand, Hamburg: Meiner, 1988, Bd. II, S. 263 [= Buch IV, Kap. 7, Abs. 9].

9 G. Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis (1710), Hamburg: Meiner, 1979, 13 f. [= Einführung, § 13].

10 B 179 f./A 140.

11 Zur Identifikation des Kantischen Schematismus mit einem Verfahren der Mustererkennung s. auch P. Krausser, ‚Kant’s Schematism of the Categories and the Problem of Pattern Recognition‘, Synthese 33 (1976), pp. 175–192.

12 B 180 f./A 141.

13 Wilfrid Sellars unterscheidet zwischen ‘language entry transitions (noticings), intralinguistic moves (inference, identification by means of criteria) and language departure transitions (volitions pertaining to epistemic activity)’, s. W. Sellars, Science and Metaphysics: Variations on Kantian Themes, London-New Jersey: Routledge & Kegan Paul, 1982, Chap. V, §58, p. 136. Nach Kant gibt es also so etwas wie ein Vermögen sui generis für das Beherrschen von Spracheintrittsroutinen, das zum Verstehen von Begriffen dazugehört.

14 B 162.

15 Vollständig lautet das Zitat, Ebd.: ‚Wenn ich also z. B. die empirische Anschauung eines Hauses durch Apprehension des Mannigfaltigen derselben zur Wahrnehmung mache, so liegt mir die notwendige Einheit des Raumes und der äußeren sinnlichen Anschauung überhaupt zum Grunde, und ich zeichne gleichsam seine Gestalt, dieser synthetischen Einheit des Mannigfaltigen im Raume gemäß.‘ An anderer Stelle (B271/A224) schreibt Kant, ‚daß eben dieselbe bildende Synthesis, wodurch wir in der Einbildungskraft einen Triangel konstruieren, mit derjenigen [Synthesis] gänzlich einerlei sei, welche wir in der Apprehension einer Erscheinung ausüben, um uns davon einen Erfahrungsbegriff zu machen‘. Auf diese Passage wird auch hingewiesen in M. Pendlebury, ‘Making Sense of Kant’s Schematism’, in Philosophy and Phenomenological Research 55 (1995), pp. 777–797, dort p. 784.

16 Ähnlich auch Freuler, ‚Schematismus‘, S. 404: Die Deduktion ‚hat zum Ziel den Beweis der Möglichkeit der Beziehung a priori reiner Verstandesbegriffe auf irgend welche sinnlichen Gegenstände, denen jene Begriffe unbestimmt entsprechen‘. Das Ziel des Schematismus ist es ‚zu beweisen, daß reine Begriffe sich auf einen ihnen bestimmt entsprechenden und auf keinen anderen Gegenstand beziehen können‘.

17 B 178/A 139.

18 B 183/A 144.

19 Ibidem.

20 S. z. B. Krausser, ‘Kant’s Schematism’, p. 185.

21 B 179/A 140: ‚Das Schema ist an sich selbst jederzeit nur ein Produkt der Einbildungskraft‘; B 181/A 142: ‚Das Schema eines reinen Verstandesbegriffs […] ist ein transzendentales Produkt der Einbildungskraft.‘

22 Vgl. G. J. Warnock, ‘Concepts and Schematism’, Analysis 9 (1949), pp. 77–82, dort p. 82.

23 Pendlebury argumentiert, daß dieser Prozeß der Mustererkennung dennoch als präkonzeptuell anzusehen ist, da er kein Vermögen involvieren, analytische Urteile zu bilden wie ‚Jedes Dreieck ist eine geschlossene Figur‘, s. Pendlebury, ‘Making Sense’, p. 787.

24 B 180/A 141, Hv. v. AS.

25 B 177/A 138.

26 B 152.

27 Vgl. z. B. AK V, S. 217, B 28.

28 AK V, S. 314, B 192.

29 AK V, S. 316, B 197.