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Das griechische Immobilienrecht

Eine rechtsvergleichende Darstellung in Bezug auf das deutsche Recht

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Panagiotis Kabolis

Das griechische Grundstücksrecht befindet sich heute im Umbruch. Vor allem führt die Einführung des Grundbuchsystems in Griechenland grundlegende Änderungen im veralteten Corpus des Sachenrechts mit positiven Auswirkungen auf die Rechtssicherheit herbei. Zugleich ist dies mit einer ganzen Reihe von neuen Rechtsinstituten und Herausforderungen verbunden, die die griechische Rechtsordnung zu bewältigen hat. Dieses Buch liefert eine Darstellung des modernen griechischen Sachenrechts der Immobilien auf neuestem Stand. Es befasst sich mit der Entwicklung und der Funktion der Rechtsinstitute betreffend die Begründung, Übertragung und Belastung von dinglichen Rechten an Grundstücken durch eine dialektische Gegenüberstellung der griechischen und der deutschen Vorschriften, so dass sich dem ausländischen Rechtsanwender eine gründliche theoretische wie auch praktische Einsicht in das Thema eröffnet.

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Kapitel IV – Das Eigentum – Nachbarrecht

Kapitel IV – Das Eigentum – Nachbarrecht

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Das Eigentum wird traditionell als ius utendi, fuendi et abutendi bezeichnet. Die Ausübung des Eigentumsrechts ist im Gegenteil in den modernen Rechtsordnungen nicht schrankenlos. Die Grenze des beliebigen Verfahrens mit der Sache wird durch das Gesetz und die Rechte Dritter gezogen (Art. 1000 ZGB). Art. 17 Abs. 1 S. 2 Verf. verweist ausdrücklich auf die Sozialbindung des Eigentums. Dieses Prinzip hat seinen Niederschlag im griechischen Zivilrecht auf eine umfassende Weise in Art. 281 ZGB gefunden.1

Unter dem genannten Vorbehalt ist der Eigentümer in beiden Rechtsordnungen mit den umfassendsten Befugnissen über die Sache ausgestattet. Deutsches und griechisches Recht empfinden Eigentum als ein doppelseitiges Recht (Art. 1000 ZGB/§ 903 S. 1 BGB). Der Eigentümer kann einerseits mit der Sache nach Belieben verfahren und andererseits Einwirkungen Dritter an der Sache ausschließen. Dieses letzte Charakteristikum entspricht den rechtlichen Schutzmitteln, die dem Eigentümer im Fall des Entzugs oder der Störung des Eigentums zustehen.

Nicht jedes Vermögensgut kann Gegenstand des zivilrechtlichen Begriffs des Eigentums sein. Im Sinn des Sachenrechts kann Eigentum nur an Sachen im Sinn von Art. 947 ZGB bestehen (Art. 999 ZGB). Nach Art. 17 Abs. 1 S. 1 Verf.: „Das Eigentum steht unter dem Schutz des Staates.“ Der Gesetzgeber erlegt damit dem Staat die Verpflichtung auf, das Eigentum gegen Eingriffe sowohl Privater als auch der Verwaltung zu schützen. Die griechische Verfassung besagt nichts über den Inhalt oder die Bestimmung des Inhalts des Eigentums (vgl. Art. 14 Abs. 1 GG). Es...

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