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Sängerliebe – Sängerkrieg

Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit

Edited By Nikolas Immer and Cordula Kropik

Geschichten über die Liebe und den Streit mittelalterlicher Sänger haben eine lange Tradition. So berichten Dichter vom Mittelalter bis in die Gegenwart vom Tannhäuser im Venusberg, von Meistersängern in- und außerhalb Nürnbergs oder vom Sängerkrieg auf der Wartburg. Imaginationen lyrischer Handlungs- und Lebensweisen verdichten sich dabei zu einer spezifisch selbstbezogenen Reflexion über Kunst. Die Frage, inwiefern darin zugleich ein Phänomen ästhetischer Gedächtnisbildung vorliegt, bildet den Gegenstand des Sammelbandes. Er spannt den Bogen von den mittelalterlichen Textzeugen hin zu neuzeitlichen Adaptionen von der Romantik bis in die Postmoderne.

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Gender und Gedächtnis in der Sängerkrieg-Dichtung von Ida Hahn-Hahn (Elisa Müller-Adams)

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Elisa Müller-Adams

Gender und Gedächtnis in der Sängerkrieg-Dichtung von Ida Hahn-Hahn

Abstract: Ida Hahn-Hahn’s lyrical cycle Der Kampf auf der Wartburg (1835) is part of the Romantic movement noted for its re-writings of the Sängerkrieg-narrative. Her Liederkranz stands out as it is one the few 19th century adaptations of the minstrel contest written by a female author. As Karin Tebben has shown, this contest and the Tannhäuser myth combine reflections about art/poetry as well as the role of the artist/poet with constructions of masculinity. Applying the concepts of cross-gender intertextuality (Schabert) and transposition (Doering), this article asks how Hahn-Hahn’s text uses the actualization and re-construction of the Sängerkrieg-legend as a way of self-positioning in the aesthetic memory. In what respect can the Wartburg contest offer models to discuss female authorship and how does the text negotiate the gendered nature of the Sängerkrieg narrative?

Als Ida Hahn-Hahns Gedichtzyklus Der Kampf auf der Wartburg 1836 erscheint, sind sich die Kritiker ziemlich einig: An die literarische Bearbeitung von Sängerkrieg und Sängerliebe hätte sich die Autorin – wie der Rezensent der Zeitung für die elegante Welt urteilt – vielleicht besser nicht wagen sollen: „In diesen Gedichten ist mehr poetische Arbeit als wirkliche Poesie; aber die heiße Gewaltsamkeit der Sprache kühlt sich hier an der Gestaltung und Nachbildung fremder Stoffe.“1 Ähnlich kommentiert der Kritiker der Blätter für literarische Unterhaltung,

daß es mit solchem...

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