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Sängerliebe – Sängerkrieg

Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit

Edited By Nikolas Immer and Cordula Kropik

Geschichten über die Liebe und den Streit mittelalterlicher Sänger haben eine lange Tradition. So berichten Dichter vom Mittelalter bis in die Gegenwart vom Tannhäuser im Venusberg, von Meistersängern in- und außerhalb Nürnbergs oder vom Sängerkrieg auf der Wartburg. Imaginationen lyrischer Handlungs- und Lebensweisen verdichten sich dabei zu einer spezifisch selbstbezogenen Reflexion über Kunst. Die Frage, inwiefern darin zugleich ein Phänomen ästhetischer Gedächtnisbildung vorliegt, bildet den Gegenstand des Sammelbandes. Er spannt den Bogen von den mittelalterlichen Textzeugen hin zu neuzeitlichen Adaptionen von der Romantik bis in die Postmoderne.

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Travestierter Sängerkrieg. Wagners Meistersinger und die agonale Moderne (Cord-Friedrich Berghahn)

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Cord-Friedrich Berghahn

Travestierter Sängerkrieg

Wagners Meistersinger und die agonale Moderne

Abstract: Richard Wagner twice staged an operatic Sängerkrieg, for the first time in 1845, with his Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg, and once again more than twenty years later, with his comic masterpiece Meistersinger von Nürnberg. The renewed and burlesque taking up of an agonal singing contest serves, according to the central thesis of my essay, the artistic self-understanding of Wagner. I argue that in the Meistersinger Wagner revises the radical artistic program of his Zurich writings – in particular the aesthetic positions outlined in Oper und Drama (1851) – so as to experiment with a ‘third way’ that aims to reconcile tradition and modernity.

Jonas Alber zum 11. März 2019

„Hegel bemerkte irgendwo“, so leitet Karl Marx 1852 seine Schrift über den 18. Brumaire des Louis Bonaparte ein, „daß alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“1 Das gilt im Hinblick auf mein Thema auch für den Hegel-Leser Wagner,2 den zumindest mit dem jungen Marx Einiges verband.3 Zweimal nämlich hat Richard Wagner das Motiv des Sängerkriegs verwendet. Das erste Mal – 1845 im Tannhäuser – als großes Drama von sinnlicher Evidenz und transzendenter Erfüllung, als agonales Spiel um von Eros und Agape, Antike und Moderne.4 Das zweite Mal – mehr...

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