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Sängerliebe – Sängerkrieg

Lyrische Narrative im ästhetischen Gedächtnis des Mittelalters und der Neuzeit

Edited By Nikolas Immer and Cordula Kropik

Geschichten über die Liebe und den Streit mittelalterlicher Sänger haben eine lange Tradition. So berichten Dichter vom Mittelalter bis in die Gegenwart vom Tannhäuser im Venusberg, von Meistersängern in- und außerhalb Nürnbergs oder vom Sängerkrieg auf der Wartburg. Imaginationen lyrischer Handlungs- und Lebensweisen verdichten sich dabei zu einer spezifisch selbstbezogenen Reflexion über Kunst. Die Frage, inwiefern darin zugleich ein Phänomen ästhetischer Gedächtnisbildung vorliegt, bildet den Gegenstand des Sammelbandes. Er spannt den Bogen von den mittelalterlichen Textzeugen hin zu neuzeitlichen Adaptionen von der Romantik bis in die Postmoderne.

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Luther, Tod und Teufel. Ironischer Mediävalismus in Robert Löhrs Krieg der Sänger (2012) (Nikolas Immer)

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Nikolas Immer

Luther, Tod und Teufel

Ironischer Mediävalismus in Robert Löhrs Krieg der Sänger (2012)

Abstract: Robert Löhr’s Krieg der Sänger is one of the latest literary compositions of the legendary singer’s contest. It develops a highly advanced form of ironic medievalism by way of intertextual references to Umberto Eco’s famous novel Il nome della rosa as well as to various medieval texts. It shall be demonstrated how Löhr emphasises the political intentions of the acting figures and how he accentuates the comical tendencies of the singer’s contest. Special attention shall be given to the novel’s reflection on the formation not only of collective but also of aesthetical memory.

Es dürfte kaum zu bestreiten sein, dass die Gattung des historischen Romans durch Umberto Ecos Bestseller Il nome della rosa (dt.: Der Name der Rose) neuen Auftrieb erhielt. Der 1980 in italienischer Sprache und 1982 in deutscher Übersetzung erschienene Roman wurde schon bald als „theologischer Krimi“ charakterisiert,1 weil der darin auftretende Franziskanerbruder William von Baskerville tatsächlich wie ein klassischer Detektiv agiere. Harald Weinrich war von dieser Romanfigur derart angetan, dass er Baskerville kurzerhand zu ‚unserem‘ „neuen Mann im Mittelalter“ erklärte.2 Nach seiner Auffassung sei es ihm gelungen, endgültig jenen Vorgänger zu verdrängen, der 1855 als Titelfigur eines Romans von Joseph Victor von Scheffel in Erscheinung getreten war. Weinrich zielte damit auf den Mönch Ekkehard aus St. Gallen, der in...

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