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Linguistische Beiträge zur Slavistik

XXV. JungslavistInnen-Treffen in Göttingen, 13.–16. September 2016

Series:

Edited By Genia Böhnisch, Uwe Junghanns and Hagen Pitsch

Der Sammelband enthält Beiträge des XXV. JungslavistInnen-Treffens, das vom 13. bis 16. September 2016 am Seminar für Slavische Philologie der Universität Göttingen stattfand. In ihren Aufsätzen geben die AutorInnen Einblick in Themen und Ergebnisse ihrer aktuellen Forschungen auf verschiedensten Gebieten der slavistischen Sprachwissenschaft, darunter der synchronen und diachronen Linguistik, der Semantik und Pragmatik, der Sozio- und Kontaktlinguistik und der Spracherwerbsforschung.

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Sprachenkonflikt oder situative Sprachverwendung? Das Ukrainische und das Russische in der gegenwärtigen Literatur in der Ukraine (Donbas – arena vijny) (Martin Henzelmann)

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Sprachenkonflikt oder situative Sprachverwendung? Das Ukrainische und das Russische in der gegenwärtigen Literatur in der Ukraine (Donbas – arena vijny)

Martin Henzelmann (Hamburg)

Резюме

Спостерігаючи за результатами соціальних і політичних потрясінь, які переживає Україна після 2013 року, можна констатувати роздільність українського суспільства. Основне питання, яке виникає через внутрішню нестабільність у країні, полягає у тому, як взаємодіють між собою українська та російська мови. З метою відповіді на це питання обговорюються принципові міркування щодо мовного конфлікту та проектуються на поточну ситуацію в Україні. Аналізується використання як української, так і російської мов у літературі після політичного конфлікту 2013 року. На матеріалі проаналізованих джерел мовного конфлікту не було виявлено, але необхідно підкреслити крайню доцільність подальших досліджень.

0. Einleitende Gedanken

Als Folge der sozialen und politischen Umwälzungen, durch die die Ukraine seit dem Herbst 2013 nicht zur Ruhe kommt, lässt sich feststellen, dass die ukrainische Gesellschaft ausgesprochen gespalten ist. Man kann sagen, dass eine solch gegensätzliche Meinung über die Zukunft des Landes seit dem Ende des Eisernen Vorhangs nicht mehr beobachtet wurde. Die grundsätzliche Frage, die sich aus der inneren Zerrissenheit des Landes heraus ergibt, ist, wie sehr sich die Spaltung zwischen Ost und West auf den Sprachgebrauch auswirkt. Bevor mit Daten gearbeitet werden kann, soll die Überlegung aufgegriffen werden, dass der gegenwärtige politische Konflikt zu einer stärkeren selektiven Verwendung des Ukrainischen und des Russischen führen könnte1. Momentan ist es kaum möglich, diese Frage abschließend und umfangreich genug zu beantworten, was vor allem auf den nach wie vor anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine auf ukrainischem Territorium zurückzuführen ist. Die pragmatische Funktion, die der situativen Sprachenwahl ← 93 | 94 → zukommen kann, scheint ebenso interessant wie der Diskurs um die prinzipielle Verwendung einer Sprache in mehrsprachigen Staaten. In diesem Zusammenhang zeigen einige Studien, wie intensiv gerade in der Ukraine die Debatte um den Sprachgebrauch geführt wird, und dies bereits vor der Majdan-Bewegung (Gasimov 2010: 403-411), welche dem Disput jedoch neuen...

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