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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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3. Studien zu Genus und Kognition

3. Studien zu Genus und Kognition

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This chapter gives a review of research concerning gender effects in monolinguals and bilinguals focusing mainly on psycholinguistic studies. The research shows a great variety of gender effects which are modulated by the type of gender system (number of gender, transparency of gender markers etc.), the age of the participants and the properties of the nouns such as animacy.

In Kapitel 1 wurden verschiedene Bereiche vorgestellt, in denen im Rahmen der LRH der Einfluss von Sprache auf die Kognition bereits intensiv untersucht wurde. Das vorliegende Kapitel widmet sich der Beziehung zwischen Kognition und Genussystemen, aufbauend auf den in Kapitel 2 vorgestellten Merkmalen und der Beschaffenheit dieser.

Bassetti & Nicoladis (2016) legen anhand der bis zu diesem Zeitpunkt existierenden Forschung zum Zusammenhang zwischen Genus und Denken bei Sprechern von mehr als einer Sprache dar (vgl. 2016: 3), dass diese Thematik besonders seit 2000 in den Fokus der kognitiven Wissenschaften gerückt ist (vgl. Bassetti & Nicoladis 2016: 5). Die Forschung konzentriert sich dabei auf die indoeuropäischen Sprachen Französisch, Deutsch, Italienisch und Spanisch, die das klassische zwei- bzw. im Fall von Deutsch dreigeteilte Genussystem und damit ein maskulines und ein feminines Genus aufweisen (vgl. Bassetti & Nicoladis 2016: 4). In der Forschung zu Sprache und Kognition wird angenommen, dass eine mögliche Beeinflussung der Kategorisierung von Einheiten durch die Genuskategorien in Bezug auf die Wahrnehmung von Maskulinität und Femininität der Referenten vorliegt (vgl. Bassetti & Nicoladis 2016: 4 und siehe dazu auch Kapitel 2...

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