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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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4. Studie zu CLI im Bereich des Genus

4. Studie zu CLI im Bereich des Genus

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The study tested German, Chinese and English native speakers’ use of English pronouns in a verbal and a non-verbal task. The results of the verbal task revealed that the native German speakers used pronouns in accordance with the German gender for animate items, while the native Chinese speakers did not show a discernible pattern. The gender effect was not as prominent in the non-verbal task.

Die in diesem Kapitel beschriebene Studie untersucht CLI (crosslinguistic influence, siehe Kapitel 1 Abschnitt 1.2.5) im Bereich Genus bei Deutschen als einen weiteren Beleg für die Thinking-for-Speaking Theorie von Slobin und damit auch für eine schwache Version der Linguistischen Relativitätshypothese (siehe Kapitel 1 Abschnitt 1.2.1 und 1.2.3), da TfS-Effekte vermutlich langfristige Auswirkungen auf die außersprachliche Kognition haben können (vgl. Brown & Levinson 2009: 461).

Deutsche Muttersprachler erwerben mit ihrer Muttersprache auch spezifische TfS-Muster, durch die sie sich von anderen Muttersprachlern unterscheiden. Das Genussystem ist eine solche Muster modulierende sprachliche Struktur, da während der Sprachproduktion sowie der Sprachverarbeitung Genusinformationen zur Wahl korrekter Artikelformen, Adjektivendungen und Pronomina und zum Referenz-Tracking abgerufen werden müssen. Meine Studie versucht diese Muster durch die Dokumentation von CLI beim Sprechen der L2 Englisch sichtbar zu machen. Diese Vorgehensweise wurde bei den in Kapitel 1 Abschnitt 1.2.6 und Kapitel 3 Abschnitt 3.1.4 und 3.3.3 vorgestellten Studien ebenfalls erfolgreich eingesetzt.

Um Genus als Ursache für den beobachteten CLI bestimmen zu können, wurden Muttersprachler einer Kontrastsprache als Vergleichsbasis herangezogen, wie...

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