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Aspekte kultureller Identität

Beiträge zur Kulturgeschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien

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Edited By Thomas Möbius, Ivana Jozić, Melita Aleksa Varga, Leonard Pon and Ivana Šarić Šokčević

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebten im heutigen Staatsgebiet Kroatiens zahlreiche deutsche Emigranten. Zwischen ihnen und der kroatischen Mehrheitsbevölkerung fanden z.T. intensive kulturelle Austauschprozesse statt. Im zweiten Band zu dem vom DAAD geförderten internationalen Forschungsprojekt werden Ergebnisse zur Erforschung einzelner Aspekte des regionalen deutschsprachigen Presse-, Theater- und Schulwesens vorgelegt. In einzelnen Beiträgen aus diesem Band wird auf den regen Kontakt zwischen deutscher und kroatischer Sprache und Kultur im Bereich des landwirtschaftlichen Wortschatzes, der gymnasialen Schulordnung, aber auch der Philosophie, Literatur und Theaterpoetik sowie Theaterkritik hingewiesen.

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Slađan Turković, Valentina Papić Bogadi: Deutsch-kroatischer Sprachkontakt in der Fachsprache der Landwirtschaft

Deutsch-kroatischer Sprachkontakt in der Fachsprache der Landwirtschaft

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Slađan Turković, Valentina Papić Bogadi

Der deutsch-kroatische Sprachkontakt in Kroatien lässt sich aus historischer Sicht vor allem unter zwei Aspekten betrachten: Er ist einerseits das Resultat vielschichtiger informeller Kontakte zwischen der einheimischen kroatischen Bevölkerung und den deutschsprachigen Ansiedlern, die sich seit dem 13. Jh. an der Gründung von Städten im Nordwesten Kroatiens beteiligten und später in diesen Städten niederließen, Handel trieben und ihre Handwerke ausübten. Andererseits wurde der Sprachkontakt auch formell innerhalb des vorgegebenen politischen Rahmens gefördert. Im 16. Jh. übergab nämlich der kroatische Adel dem Habsburger Ferdinand die kroatische Krone, in der Hoffnung, dieser würde die kroatischen Länder im Kampf gegen die vordringenden Osmanen unterstützen und verteidigen. Die politische Bindung an Österreich währte bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie im Jahre 1918 und förderte den Sprachkontakt auch in formeller Hinsicht, denn die deutsche Sprache war während dieser Zeit nicht nur öffentliche Verkehrssprache, sondern auch Amts- und Befehlssprache, wie etwa in der von den Habsburgern errichteten Grenzregion Vojna Krajina, die zum Schutz gegen die Osmanen errichtet wurde und der Militärverwaltungsbehörde unterstand (vgl. Piškorec 2005, S. 49). In der zweiten Hälfte des 18. Jhds. erlässt Maria Theresia die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen kais. königl. Erbländern“. Kraft dieses Dokumentes wird das Schulwesen unter die Obhut des Staates gestellt. Die Studienpläne sehen vor, dass neben der kroatischen Muttersprache...

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