Show Less
Restricted access

Aspekte kultureller Identität

Beiträge zur Kulturgeschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien

Series:

Edited By Thomas Möbius, Ivana Jozić, Melita Aleksa Varga, Leonard Pon and Ivana Šarić Šokčević

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebten im heutigen Staatsgebiet Kroatiens zahlreiche deutsche Emigranten. Zwischen ihnen und der kroatischen Mehrheitsbevölkerung fanden z.T. intensive kulturelle Austauschprozesse statt. Im zweiten Band zu dem vom DAAD geförderten internationalen Forschungsprojekt werden Ergebnisse zur Erforschung einzelner Aspekte des regionalen deutschsprachigen Presse-, Theater- und Schulwesens vorgelegt. In einzelnen Beiträgen aus diesem Band wird auf den regen Kontakt zwischen deutscher und kroatischer Sprache und Kultur im Bereich des landwirtschaftlichen Wortschatzes, der gymnasialen Schulordnung, aber auch der Philosophie, Literatur und Theaterpoetik sowie Theaterkritik hingewiesen.

Show Summary Details
Restricted access

Alen Biskupović: Theaterkritik in der Osijeker Zeitung als Symbol des liberalen europäischen Geistes des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Theaterkritik in der Osijeker Zeitung als Symbol des liberalen europäischen Geistes des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Extract

Alen Biskupović

Die Osijeker Tageszeitungen stellten von ihren Anfängen an einen Ort der politischen Agitation den nationalen Gruppen von Deutschen, Ungarn, Kroaten und Serben dar. Dies ist nicht verwunderlich angesichts des sozio-historischen Kontexts von Osijek als multikulturelles Zentrum der vier Nationen. Alles begann im Jahr 1687, als die österreichische Armee die Türken von der Festung Esseg vertrieben hatte. Aufgrund der geographischen Lage Osijeks entschied die Habsburger Dynastie, Osijek in ein wichtiges militärisches Zentrum für die Verteidigung von Wien zu verwandeln. (Schubert 2003, S. 90–93) Mithilfe Wiens folgte eine rasche Entwicklung Osijeks und nach dem ungarischen Ausgleich von 1868 wurde Osijek von einer Siedlerwelle überflutet, vor allem von österreichischen und schwäbischen Bauern und Handwerkern. Dadurch entwickelte sich Osijek zu einem typischen mitteleuropäischen Zentrum mit gemischter Bevölkerung und der Dominanz deutscher Elemente. (Obad 2007, S. 116) Die deutsche Sprache in Osijek wurde von Südslawen und Ungarn als Kommunikationsbasis angenommen. Eine interessante Bemerkung über die Sprache schrieb im Jahr 1777 Baron Taube:

Zu Esseck und Peterwardein höret man fast nichts als deutsch. Sowohl daselbst, als auch zu Karlowitz, Semlin usf. wird wahlweise deutsch und illyrisch in den katholischen Kirchen gepredigt. Zu Semlin und anderen Orten werden deutsche Schauspiele aufgeführt. Bey den Waffenübungen aller Regimenter sowohl der slawonischen als der deutschen und hungarischen, wird beständig deutsch commandieret. Auch werden in den militärischen Bezirken der Grenzregimenter, unter welchen viele deutsche Offiziere dienen, alle öffentlichen Geschäfte in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.