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Aspekte kultureller Identität

Beiträge zur Kulturgeschichte der deutschsprachigen Minderheit in Kroatien

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Edited By Thomas Möbius, Ivana Jozić, Melita Aleksa Varga, Leonard Pon and Ivana Šarić Šokčević

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert lebten im heutigen Staatsgebiet Kroatiens zahlreiche deutsche Emigranten. Zwischen ihnen und der kroatischen Mehrheitsbevölkerung fanden z.T. intensive kulturelle Austauschprozesse statt. Im zweiten Band zu dem vom DAAD geförderten internationalen Forschungsprojekt werden Ergebnisse zur Erforschung einzelner Aspekte des regionalen deutschsprachigen Presse-, Theater- und Schulwesens vorgelegt. In einzelnen Beiträgen aus diesem Band wird auf den regen Kontakt zwischen deutscher und kroatischer Sprache und Kultur im Bereich des landwirtschaftlichen Wortschatzes, der gymnasialen Schulordnung, aber auch der Philosophie, Literatur und Theaterpoetik sowie Theaterkritik hingewiesen.

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Stjepan Prutki: Das Archivgut des Gymnasiums Vinkovci – ein Kulturschatz und Musterbeispiel der deutschen Einflüsse in der Entwicklung des Schulwesens in der Slawonischen Militärgrenze im 18. und 19. Jahrhundert

Das Archivgut des Gymnasiums Vinkovci – ein Kulturschatz und Musterbeispiel der deutschen Einflüsse in der Entwicklung des Schulwesens in der Slawonischen Militärgrenze im 18. und 19. Jahrhundert

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Stjepan Prutki

Nach der Befreiung der Königreiche Kroatien und Slawonien vom Osmanischen Reich errichteten österreichische Behörden entlang der Grenzgebiete an der Sawe und Donau eine besondere militärisch-administrative Einheit – die Militärgrenze. Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt sie eine feste Organisationsform, die, trotz gelegentlicher Änderungen, bis zu ihrer Entmilitarisierung im Jahre 1873 (es erfolgte die Abtrennung der Zivil- von der Militärverwaltung) bzw. bis zur endgültigen Aufhebung 1881 in Kraft war. Die ganze Struktur beruhte auf dem hierarchisch einverleibten Modell der Militärinstanzen, das aus Generalkommanden als den höchsten, Regimentern als den mittleren und Kompanien als den untersten Einheiten bestand. Es wurden drei Regimenter in Slawonien gegründet – das Petrovaradiner, Broder und Gradiškaner Regiment; alle drei waren dem Slawonischen Generalkommando als der Oberbehörde unmittelbar untergeordnet (Bild 1).



Bild 1: Die Militärgrenze und ihre territoriale Einteilung nach 1745. Quelle: http://www.enciklopedija.hr/natuknica.aspx?ID=65199

Der Sitz des Generalkommandos war zuerst in Osijek (bis 1783), dann aber wurde er nach Petrovaradin verlegt. Das Leben in der Militärgrenze wurde den militärischen Zwecken und Bedürfnissen untergeordnet und die Verwaltung war in den Händen der Armee, die das ganze öffentliche, schulische und wirtschaftliche Leben bestimmte. Das gesellschaftlich-wirtschaftliche System unterschied sich im Wesentlichen von dem üblichen feudalen System, das in der damaligen europäischen Gesellschaft herrschte. Hier mussten alle wehrdiensttauglichen Einwohner, von 16 bis zu 60 Jahren, als Grenzer Militärdienst leisten, auf eigene Kosten ihre Wehrpflicht erf...

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