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Zbigniew Herbert und Österreich

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Edited By Przemysław Chojnowski

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die internationale Karriere Zbigniew Herberts Mitte der 1960er Jahre in Österreich begann. Die Idee des vorliegenden Buches entstand im Rahmen des literarischen Abends «Auf den Spuren von Zbigniew Herbert in Österreich» der am Vorabend des in Polen begangenen Zbigniew-Herbert-Jahres 2018 in Wien stattfand. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der österreichische Kontext im Werk des polnischen Autors (1924–1998), dessen Familie aus England stammend über Wien in die Hauptstadt Galiziens Lemberg kam. Der Band widmet sich ausgewählten Texten Herberts und geht auf zum Teil wenig bekannte Fakten aus der Biographie des Lyrikers und Essayisten ein, die dessen enge Verbindungen zu Österreich belegen.

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Alois Woldan: Meine Erfahrungen als Übersetzer von Zbigniew Herbert

Meine Erfahrungen als Übersetzer

von Zbigniew Herbert

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Alois Woldan

Für jeden Übersetzer stellt das Werk von Zbigniew Herbert wohl eine besondere Herausforderung dar. Als junger Mann, der mit Begeisterung polnische Literatur und vor allem Lyrik übersetzte, hätte ich mich sehr gern auch an Texten von Herbert versucht. Die vorletzten Lyrikbände des Dichters, die zu Beginn der 1990er Jahre erschienen, Elegia na odejście (1990) und Rovigo (1992) enthielten noch dazu neue, faszinierende Gedichte, die bislang noch nicht übersetzt worden waren; es bestand – zumindest auf den ersten Blick – die Chance, auch diesen, im deutschen Sprachraum schon sehr gut bekannten Dichter zu übersetzen. Ich hatte zu dieser Zeit neben zahlreichen Lyrikübersetzungen für diverse Literaturzeitschriften auch schon zwei Bände bekannter Lyriker übersetzt – 1990 war ein Band von Ewa Lipska, 1992 ein zweisprachiger Band von Tadeusz Różewicz in meiner Übersetzung erschienen. Auch stand ich in ständigem Kontakt mit einem renommierten österreichischen Verlag, für den ich diverse Neuerscheinungen auf dem polnischen Buchmarkt besprach.

Es zeigt sich jedoch bald, dass man Herberts Texte nicht so ohne Weiteres übersetzen durfte; die Rechte für Übersetzungen und deren Druck waren in der Regel schon an deutsche Verlage vergeben, wie mein österreichischer Verleger feststellen musste, und auch der Übersetzer stand zumeist schon fest, es sollte Klaus Staemmler sein. Ausnahmen gab es diesbezüglich nur bei Tadeusz Różewicz und Ewa Lipska, die beide ausdrücklich darauf Wert legten, dass ihre Texte von unterschiedlichen Übersetzern ins Deutsche übertragen würden. Auch Wisława Szymborska...

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