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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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David Hamann: „Hand in Hand“ in gegenseitiger Abneigung. Zum ambivalenten Verhältnis des Hilfsvereins der deutschen Juden zur zionistischen Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg

„Hand in Hand“ in gegenseitiger Abneigung.

Zum ambivalenten Verhältnis des Hilfsvereins

der deutschen Juden zur zionistischen

Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg

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David Hamann

Before the First World War both the ‘Aid Organization of German Jews’ and the ‘Zionist Federation of Germany’ were involved in the formation of a modern educational system in Palestine. Retrospectively numerous of their cooperative activities were concealed by the ‘Language dispute’ of 1913/14. The following article shows the development of the ambivalent relationship of both organizations and protagonists, referring to their commonalities and differences relating to ‘Jewish identity’ in Palestine.

Bei der Betrachtung von ‚zionistischen‘ und ‚liberalen‘ Positionen deutscher Juden vor dem Ersten Weltkrieg drängt sich der sogenannte Sprachenstreit als Schluss- und Höhepunkt einer ideologisch aufgeladenen Auseinandersetzung zwischen zwei vermeintlich grundsätzlich feindseligen Lagern ins Blickfeld. Inhalt des Streits war der Stellenwert der hebräischen Sprache in dem vom ‚Hilfsverein der deutschen Juden‘1 1908 begründeten ‚Jüdischen Institut für Technische Erziehung‘ in Haifa, dem heutigen ‚Technion‘. Aus der Frage, ob Deutsch als moderne internationale Wissenschaftssprache in den Oberkursen des Technikums verwendet oder der komplette Unterricht auf Hebräisch abgehalten werden sollte, entzündete sich eine leidenschaftliche und emotionale Debatte über die Rolle der hebräischen Sprache als Ausdruck national-jüdischer Identität.2 ←43 | 44→Diese Debatte wurde zunächst zwischen dem Hilfsverein und der ‚Zionistischen Vereinigung für Deutschland‘ (ZVfD) ausgetragen, zog jedoch rasch sämtliche Mitglieder des international besetzten Technikum-Kuratoriums in den eskalierenden Streit hinein und entwickelte sich so zu einer global ausgefochtenen Auseinandersetzung über zionistische Bildungspolitik in Palästina. Neben Paul Nathan (1857–1927) und James...

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