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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Christian Dietrich: „Pioniere der Weltrevolution im Vorderen Orient“. Die Radikalisierung des österreichischen Arbeiterzionismus am Beispiel der Parteizeitung Freie Tribüne

„Pioniere der Weltrevolution im Vorderen

Orient“.

Die Radikalisierung des österreichischen

Arbeiterzionismus am Beispiel der Parteizeitung

Freie Tribüne1

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Christian Dietrich

The paper deals with the radicalization of ‘Poale Zion’ in Austria between 1918 and 1921. Based on an analysis of the party organ ‘Freie Tribüne’ the paper presents its convergence to the Communist International and points out that this did not automatically mean a loss of Zionist positions.

Als die Freie Tribüne am 15. November 1921 ihr Erscheinen einstellte, war sie das Organ der ‚Jüdischen Kommunistischen Partei Österreichs‘. Knapp drei Jahrgänge erlebte die Zeitung, die am 10. Januar 1919 das erste Mal als Organ der jüdischen sozialdemokratischen Partei ‚Poale Zion‘ herauskam. In dieser Zeit, in der sie bis Juli 1920 wöchentlich, danach in immer größeren Abständen erschien, gab die Freie Tribüne Auskunft über die Palästinaarbeit und die Entwicklung der zionistischen Bewegung, in erster Linie aber über die Kämpfe in der internationalen Arbeiterbewegung. Was in der Forschung zumeist als widersprüchlich bewertet wird, die ungeteilten Sympathien für die Neukolonisation Palästinas und die Oktoberrevolution, ist Gegenstand des folgenden Aufsatzes, der nach Wandlungen in der ideologischen Ausrichtung der Tribüne fragt.2 ←147 | 148→Bekannt ist, dass die Freie Tribüne mit der Spaltung des ‚Poale‘-Zionismus zum Kommunismus der ‚Dritten Internationale‘ überging.3 Als Zäsur wird dabei der fünfte Kongress des Weltverbandes der ‚Poale Zion‘, des ‚Allweltlichen Jüdischen Sozialistischen Arbeiterverbandes Poale Zion‘, begriffen, der vom 27. Juli bis 8. August 1920 in Wien zusammenkam. Hier trennte sich der internationale ‚Poale‘-Zionismus in...

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