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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Dana von Suffrin: Die Wissenschaft des Judenstaates: Der ‚Botanische Zionismus‘, 1900–1930

Die Wissenschaft des Judenstaates:

Der ‚Botanische Zionismus‘, 1900–1930

Extract

Dana von Suffrin

Researching the protagonists of ‘Botanical Zionism’ (ca. 1900–1930), the people who sought, collected, classified, planted, rated, and bred plants sheds a new light on the history of Zionism: The scientific background of these individuals and the transfer of scientific and colonial knowledge that they fostered in order to render Palestine productive will be examined on the following pages.

Pflanzen und landwirtschaftliche Erzeugnisse genossen im frühen Zionismus einen beinahe sakralen Status. Ein Artikel aus dem Jahr 1904 aus der Welt, dem Zentralorgan der zionistischen Bewegung, zeigt, wie sehr man kultivierte Pflanzen wertschätzte. Beschrieben wurde eine „Palästina-Ausstellung“ in Wien, die die ersten Erfolge der Bewegung in Form von Getreide und Zitrusfrüchten zeigte. Die Zeitung berichtete, dass „von unseren Brüdern, den Pionieren unserer Bewegung“, in den „Kolonien Rischon-le-Zion, Sichron-Jakob, Katra, Pethach-Tikwah“ und anderen Siedlungen auch „sämtliche unserer Getreide-, Gemüse- und Obstarten in einer Qualität und Größe“ angebaut würden, die „selbst Kenner der Landwirtschaft in Erstaunen“ versetzten. Laut dem Berichterstatter gediehen

[a];usser unseren heimischen Bodenprodukten […] dort in prächtiger Vollkommenheit auch die Pflanzen der heissen Zone, so dass uns beispielsweise […] vorliegen Hafer und Durah, Weizen und Sesam, Karotten und Gombu, Linsen und Biselia, rote Rüben und Zuckerrohr, Aepfel und Esrogim, Birnen und Datteln etc.1

Auch von den emotionalen Reaktionen der AusstellungsbesucherInnen weiß der Artikel zu berichten. Die landwirtschaftlichen Erträge des Jischuws rührten Alt und Jung: „Hier sehen wir...

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