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Staatenlexikon Europa

Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft

Edited By Andreas Dittmann and Wolfgang Gieler

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Geographie, Kultur, Politik und Wirtschaft der Staatenwelt Europas. In alphabetischer Reihenfolge – von Albanien bis Zypern – werden insgesamt 50 Staaten behandelt. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingten Prozessen. In kompakter Form werden Informationen auf aktuellem Stand über die Bedingungen und Strukturen, Interessen und Ziele der Politik der Staaten Europas untereinander und in der internationalen Arena geboten. Zielgruppen sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle politisch Interessierten. Ein Grundlagenwerk, das zur differenzierten Beurteilung Europas im Wandel beiträgt. Dabei wird der Begriff «Europa» räumlich großzügig interpretiert und auch über Ost- und Südosteuropa hinaus bis zum Kaukasus ausgedehnt.

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Griechenland (Johann-Bernhard Haversath)

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Johann-Bernhard Haversath

Griechenland

Naturraum und geographische Rahmenbedingungen

Das Land am Südende der Balkanhalbinsel grenzt im festländischen Norden an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei. 19 % der Fläche nehmen die 3.054 Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres ein, von denen nur 169 bewohnt sind. Das meeroffene Land hat eine sehr zerlappte Küstenlinie (über 15.000 km), sodass selbst die meerfernsten Orte in Nordgriechenland nicht weiter als 140 km, auf dem Peloponnes höchstens 45 km von der Küste entfernt sind. Keine Insel ist mehr als 40 km von einer Nachbarinsel oder dem Festland entfernt.

Politisch, demographisch, ökonomisch und kulturell bildet der Großraum Athen den Schwerpunkt. Dieser wird um einen Streifen entlang der festländischen Ostküste ergänzt, der von Kavalla über Thessaloniki, Larissa, Volos und Chalkis in den attischen Zentralraum reicht und sich von dort entlang der peloponnesischen Nordküste über Korinth nach Patras erstreckt, wegen seiner Form als „Großes S“ (HAVERSATH 2004, S. 261) bezeichnet.

Der moderne Staat entstand erst im 19. und 20. Jh. n. Chr. aus der Erbmasse des Osmanischen Reichs. Seit 1830, dem Beginn der neuzeitlichen Eigenstaatlichkeit, wuchs das Land zunächst kontinuierlich, im 20. Jh. allerdings nicht ohne Gebietsverluste, zur heutigen Größe von 131.957 km2 an. Infolge kriegerischer Eroberungen und nationalstaatlicher Konzepte wurde die ethnisch-religiöse Vielfalt früherer Epochen stark reduziert, vom festländischen Nordosten (Thrakien) abgesehen. Erst nach dem...

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