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Perspektivenvielfalt im Literaturunterricht

Theoretische und qualitativ-empirische Untersuchungen zu einem didaktischen Prinzip

Katja Siepmann

Die Vielfalt der Welt muss im zeitgemäßen Unterricht widergespiegelt und reflektiert werden. Derjenige, der sich auf die Komplexität postmoderner Gesellschaften einlässt, macht Erfahrungen, die produktiv auszuhalten sind. Hier setzt die qualitativ-empirische Studie zu dem allgemeindidaktischen Prinzip der Perspektivenvielfalt an und untersucht sowohl dessen theoretische als auch empirische Relevanz. Die Untersuchung der Bedeutung für die Lehrkräfte und die Umsetzung in der Unterrichtsgestaltung stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Der exemplarisch gewählte Literaturunterricht im Fach Deutsch bietet eine geeignete Gelegenheit für den Umgang mit Ambivalenz, Kontingenz und Vielfalt im Kontext eines Bildungsverständnisses, das Perspektivenwechsel, Diskursivität und Identitätsbildung betont.

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II. Perspektivenvielfalt in der Fachdidaktik Deutsch

II. Perspektivenvielfalt in der Fachdidaktik Deutsch

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In diesem Kapitel wird in einem ersten Schritt begründet, warum die Untersuchung exemplarisch in dem Literaturunterricht des Faches Deutsch angelegt ist. Der zweite Teil geht auf die Bedeutung des didaktischen Prinzips der Perspektivenvielfalt in der Fachdidaktik Deutsch näher ein. Daraufhin werden didaktische Dimensionen des Literaturunterrichts theoretisch erarbeitet, die als exemplarische Fokussierungen für die qualitativ-empirische Untersuchung dienen. Es folgen die Begründung für die exemplarische Untersuchung in der neunten Jahrgangsstufe und ein Zwischenfazit.

Die Fachdidaktik Deutsch ist die Theorie des Unterrichts im Fach Deutsch und liefert wissenschaftstheoretisch begründete Entscheidungshilfen zur Lösung praktischer Probleme im Unterricht (vgl. Ossner 2006, S. 14f.). Sie teilt sich in zwei Bereiche auf: die Sprachdidaktik und die Literaturdidaktik, die sich in mancher Hinsicht überschneiden, bzw. lassen sich die Arbeitsbereiche des Deutschunterrichts nicht immer eindeutig der Sprach- oder Literaturdidaktik zuordnen (vgl. Steinig/Huneke 2011, S. 14). Diese zwei Bereiche liefern zwei Perspektiven auf den Gegenstand des Faches Deutsch: Sprache und Literatur.79 Die Arbeitsbereiche leiten sich aus den Standards für die Kompetenzbereiche des Faches Deutsch ab. In Hessen sind dies in der Sekundarstufe I folgende: (1) Sprechen und Zuhören, (2) Schreiben, (3) Lesen und Rezipieren – mit literarischen und nichtliterarischen Texten/Medien umgehen, (4) Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und reflektieren (vgl. Hessisches Kultusministerium/Institut für Qualitätsentwicklung 2011, S. 16). Die Reflexion über Sprache, die mündliche Kommunikation, die Rhetorik und die Textproduktion stehen der Sprachdidaktik näher als der Literaturdidaktik (vgl. Steinig/Huneke 2011, S. 13f.). Aufgaben der Sprachdidaktik sind die theoretische...

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