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Perspektivenvielfalt im Literaturunterricht

Theoretische und qualitativ-empirische Untersuchungen zu einem didaktischen Prinzip

Katja Siepmann

Die Vielfalt der Welt muss im zeitgemäßen Unterricht widergespiegelt und reflektiert werden. Derjenige, der sich auf die Komplexität postmoderner Gesellschaften einlässt, macht Erfahrungen, die produktiv auszuhalten sind. Hier setzt die qualitativ-empirische Studie zu dem allgemeindidaktischen Prinzip der Perspektivenvielfalt an und untersucht sowohl dessen theoretische als auch empirische Relevanz. Die Untersuchung der Bedeutung für die Lehrkräfte und die Umsetzung in der Unterrichtsgestaltung stehen im Mittelpunkt der Arbeit. Der exemplarisch gewählte Literaturunterricht im Fach Deutsch bietet eine geeignete Gelegenheit für den Umgang mit Ambivalenz, Kontingenz und Vielfalt im Kontext eines Bildungsverständnisses, das Perspektivenwechsel, Diskursivität und Identitätsbildung betont.

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III. Forschungsdesign

III. Forschungsdesign

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In den folgenden Kapiteln werden zuerst die Forschungsfragen sowie anschließend die Erhebungs- und Auswertungsmethoden erläutert, die für diese Untersuchung herangezogen werden. Abschließend werden das Sample der qualitativ-empirischen Untersuchung von Perspektivenvielfalt im Literaturunterricht sowie eine zusammenfassende Darstellung des Forschungsdesigns vorgestellt.

Wird die Ausgangslage betrachtet, fällt eine Forschungslücke ins Auge: So gibt es zwar im schulpädagogischen Diskurs zahlreiche theoretische und konzeptionelle Begründungen des Prinzips und die Betonung der Bedeutung von Perspektivenvielfalt im Unterricht. Die bisherigen Forschungsergebnisse zu dem Thema Perspektivenvielfalt rekurrieren auf einen theoriegeleiteten Diskurs innerhalb der Allgemeinen Didaktik und einzelner Fachdidaktiken. Jedoch wurde bisher empirisch nicht untersucht, ob das Prinzip der Perspektivenvielfalt tatsächlich im Unterricht beachtet wird und wenn ja, welche Impulse Lehrkräfte für eine perspektivenreiche Auseinandersetzung mit einem Thema geben. Eine empirische Analyse des Unterrichts hinsichtlich der didaktischen Umsetzung des Prinzips der Perspektivenvielfalt steht also noch aus.133

In dieser Arbeit soll exemplarisch am Fach Deutsch die Umsetzung des Prinzips in der Unterrichtspraxis untersucht werden. Mit der Frage, welche Rolle das didaktische Prinzip der Perspektivenvielfalt, exemplarisch untersucht im heutigen Literaturunterricht, spielt und mit dem Fokus auf die Konzeption und Umsetzung, wird der Schwerpunkt auf das didaktische Handeln der Lehrpersonen gelegt. Die Frage ist, wie die Lehrkräfte das didaktische Prinzip der Perspektivenvielfalt umsetzen. Nicht die Nutzung des methodisch-didaktischen Angebots durch die Schüler*innen134 wird erfasst und analysiert, sondern das unterrichtliche Anregungspotenzial zur Perspektivenvielfalt und zum Perspektivenwechsel, ←245 | 246→das durch die Lehrkraft initiiert wird. Damit...

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