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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Carola Hilmes: „Ich bin nicht Stiller.“ „Ich bin kein Mann.“ „Ich bin ein Mörder.“1 Über verleugnete Identität und Alterität – ein Kriminalfall

„Ich bin nicht Stiller.“ „Ich bin kein Mann.“

„Ich bin ein Mörder.“1 Über verleugnete

Identität und Alterität – ein Kriminalfall

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Carola Hilmes

Zusammenfassung: Max Frischs Tagebuchroman Stiller (1954) gewinnt in einer Theateradaption in München (2013) mit der Handspring Puppet Company erneut Aktualität, denn zwischen der Puppe und den Illusionen des Selbst besteht eine besondere Beziehung. Neben bzw. mit der Identitätsproblematik werden Geschlechterklischees und Genrestereotype diskutiert. Fragen von Ausgrenzung und Alterität betont auch die Kooperation mit der Handspring Puppet Company aus Kapstadt. Mediale Reflexionen und Grenzüberschreitungen werden abschließend auf Frischs Werk zurückbezogen, um Synergieeffekte aufzuzeigen.

Schlüsselwörter: Identität, Medientransfer, Puppentheater, Gender Trouble, Heimat

Stiller ist bekanntlich kein Theaterstück von Max Frisch, sondern ein Roman, erschienen 1954, ein Jahr nach der erfolgreichen Premiere von Don Juan oder die Liebe zur Geometrie. 1955 löste der Autor sein Architekturbüro auf und trennte sich von seiner Frau. Er hatte sich für ein Leben als freier Schriftsteller entschieden. 1958 erhielt er den Büchner-Preis; im selben Jahr hatte Biedermann und die Brandstifter in Zürich Premiere. Homo Faber, Frischs anderer Erfolgsroman, war ein Jahr früher erschienen. Mittlerweile sind seine vielfach interpretierten Werke zu Klassikern der Schullektüre avanciert. Ausinterpretiert und auch ein bisschen angestaubt vielleicht, denn die lebensweltlichen Kontexte der Schüler/innen sowie die gesellschaftliche und politische Lage haben sich doch sehr verändert.2

Im Juni 2013 hatte Stiller am Cuvilliés-Theater in München Premiere; es handelt sich dabei um eine Kooperation mit der Handspring Puppet Company aus Kapstadt. In der Spielzeit 2015/16...

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