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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Mario Saalbach: Unheim(at)liche Gefühle beim Besuch einer alten Dame1

Unheim(at)liche Gefühle beim Besuch einer

alten Dame1

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Mario Saalbach

Zusammenfassung: Friedrich Dürrenmatts Tragikomödie Der Besuch der alten Dame war einer der ersten großen Bühnenerfolge des Autors, der ihm Weltruhm bescherte. Die grotesk-satirische Orientierung des Stückes ist unbestritten. Auch große Nähe zu Brechts Epischem Theater wurde vielfach festgestellt, obwohl Dürrenmatt selbst sich davon distanzierte, seine Stücke seien kein Episches Theater. Aber gerade Der Besuch der alten Dame ist ein Paradebeispiel für die Schaffung von Distanz zwischen Publikum und Bühnengeschehen durch Entfremdung, die schon bei Brecht den Zuschauer zum Beobachter machen und seine emotionale Beteiligung reduzieren soll. Trotzdem aber geht es in diesem Stück auch um Gefühle und Emotionen. Dieser Beitrag will einerseits untersuchen, wie Gefühle hier dargestellt, und andererseits, wie sie auch dem beobachtenden Zuschauer trotz aller distanzierenden Entfremdung vermittelt werden.

Schlüsselwörter: Dürrenmatt, Entfremdung, Distanz, Emotion, Gefühl

Die Berücksichtigung von Emotion und Gefühl ist mit dem Emotional Turn der Literaturwissenschaften auch in der Literaturanalyse wieder salonfähig geworden, nachdem sie jahrzehntelang wegen ihrer vermeintlichen Subjektivität eher verpönt war. Zahlreiche Veröffentlichungen wie das Studienbuch Emotionsforschung von G. L. Schiewer (2014) oder, schon aus dem Jahre 1998, Literatur und Lust. Glück und Unglück beim Lesen von Thomas Anz legen davon Zeugnis ab. Gefragt wird nicht nur danach, welche Emotionen im Text dargestellt werden, sondern vor allem auch danach, wie auf der Produktionsseite Emotionen vom Autor in den Text eingearbeitet...

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