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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Ewa Mazurkiewicz: Schweizer Theater und Theaterpolitik der 1930er und 1940er Jahre

Schweizer Theater und Theaterpolitik der

1930er und 1940er Jahre

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Ewa Mazurkiewicz

Zusammenfassung: Die schweizerische Dramatik erlebte in den Jahren 1935–1942 ihre eigentliche Blütezeit. 1924 wird die Gesellschaft Schweizerischer Dramatiker (GSD) gegründet, 1927 die Gesellschaft für Schweizerische Theaterkultur. Beide Vereinigungen setzen sich die ‚Verschweizerung‘ der Bühne zum Ziel. Die helvetischen Bühnenvereinigungen stehen jedoch in Opposition zum Berufstheater, dem man vorwirft, unter deutschem Einfluss zu stehen. Die Schweizer Theaterpolitik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich im Kontext der sich immer mehr etablierenden Selbstbehauptung der Schweiz betrachten. Der Antagonismus von Volks- und Berufstheater bestimmt die Schweizer Debatte um das Profil der helvetischen Bühnen bis in die 1940er Jahre hinein. Während sich viele Schriftsteller in den 1930er und 1940er Jahren in den Dienst der geistigen Landesverteidigung stellen, entstehen in der Zeit 1933–1945 mehrere epische und dramatische Texte, die aufgrund ihrer kritischen Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen als wichtige geschichtspolitische Stimmen gelten (Wer wirft den ersten Stein von Elsie Attenhofer, Jakob Bührers Tragikomödie Die Pfahlbauer, Walter Leschs Cäsar in Rüblikon sowie Werner J. Guggenheims Drama Erziehung zum Menschen).

Schlüsselwörter: Schweizer Theater, geistige Landesverteidigung, Zeitstück, Zürich, Antisemitismus, Nationalsozialismus

Obwohl Bertolt Brecht 1936 behauptete: „Die schweizerische Dramatik existiert nicht“1, erlebte diese in den Jahren 1935–1942 ihre eigentliche Blütezeit. Die Bemühungen der Schweizer Theater-Institutionen, für eine intensivierte Dramenproduktion zu sorgen, setzen bereits 1924 ein, als die Gesellschaft Schweizerischer Dramatiker (GSD) gegründet wird2; 1927 wird dagegen...

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