Show Less
Restricted access

Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

Series:

Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

Show Summary Details
Restricted access

Joanna Firaza: Das Ende denken – zu Thomas Hürlimanns Der letzte Gast

Das Ende denken – zu Thomas Hürlimanns

Der letzte Gast

Extract

Joanna Firaza

Zusammenfassung: Im Modus der Komödie sinniert Thomas Hürlimann in seinem Stück Der letzte Gast über die in der Moderne aufs Neue virulent gewordene anthropologische Kategorie des Endes. Dabei macht er sich als Erbe Dürrenmatts, Becketts, Tschechows, Shakespeares und nicht zuletzt Nietzsches kenntlich. Nach der „Umwertung aller Werte“ steht die Realisierung des neuen Menschen nach wie vor aus. Hürlimanns Stück scheinen vielmehr „die letzten Menschen“ zu bevölkern, die sich in einer apokalyptischen Umgebung mit diversen, noch so absurden, Überlebensstrategien und/oder Todesartenimaginationen über ihren schleichenden Untergang hinwegsetzen wollen, um nicht zu werden, wer sie sind. Die eschatologische Perspektive erfasst bei Hürlimann jedoch nicht die dichotomisch gesetzte christliche Heilsgeschichte oder säkulare Imagination des Neuanfangs. In Anlehnung an das Theater des Absurden inszeniert der Autor die Krise: Ihr globales Ausmaß spiegelt sich im Mikrokosmos des Einzelnen.

Schlüsselwörter: Schweizer Komödie (der Gegenwart), Nihilismus, ökologischer Diskurs, Suizid, Friedrich Nietzsche

„[…] Wenn es noch lange so weiter geht, geht es nicht mehr lange so weiter“, meint scharfsinnig einer der Protagonisten in Thomas Hürlimanns Komödie von 1991.1 Der letzte Gast ist das dritte Theaterstück des Autors, der seit dem parallelen Debüt zehn Jahre zuvor – mit dem Stück Der Großvater und Halbbruder und dem nicht weniger erfolgreichen Erzählband Die Tessinerin beiden Genres treu bleibt. In der Tat scheint sich die Welt im besagten Drama unaufhaltsam auf das Ende zuzubewegen, was der Autor in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.