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Schriftsprachliche Positionierungen

Eine pragmalinguistische Untersuchung historischer Paratexte

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Jessica Weidenhöffer

Das Buch liefert ein Modell für die Analyse schriftbasierter Positionierungen. Am Beispiel von Englischlehrwerken, die in der Zeit von 1760 bis 1841 für Sprecher/-innen des Deutschen erschienen sind, werden Handlungsoptionen der Produzierenden vorgestellt. Positionierungen zeigen sich in Form sprachlicher und typographischer Verfahren zur Signalisierung, Anbahnung und Aufrechterhaltung eines produzenten- und publikumsseitigen Engagements. Zudem umfassen sie Prozesse der Verortung von Personen im sozialen Gefüge und den Einsatz argumentativer Muster zur Kauf- und Nutzenüberzeugung. Die Positionierungsanalyse gibt Einblick in Sichtweisen, die im historischen Kulturraum Englischunterricht dominant waren und teils heute noch kommuniziert werden.

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1 Einführung

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Die Zeit zwischen den Jahren 1760 und 1841 kann als Phase in der Geschichte des Englischunterrichts beschrieben werden, in der das Interesse an der Erlernung der Fremdsprache in der deutschsprachigen Bevölkerung erstmals deutlich zunahm. Der Buchmarkt reagierte auf die steigende Nachfrage mit der Herausgabe von Lehrwerken2; also Medien3, denen konventionell meinungsbildende Funktionen zukamen und die den Textverantwortlichen eine weitreichende Stimme verliehen. Macht- und Wissensaushandlungsprozesse, die sich in den Büchern niedergeschlagen haben, erhielten vor diesem Hintergrund eine besondere Relevanz. Welche Strategien wandten die Autorinnen und Autoren an, um sich selbst als möglichst kompetent und glaubhaft zu präsentieren, und wie positionierten sie sich gegenüber anderen Handelnden? Die Beantwortung dieser Fragen steht im Zentrum der nachfolgend präsentierten Studie.

Die diskurspragmatisch fundierte Untersuchung von Englischlehrwerken verortet sich im relativ jungen Feld der germanistisch-linguistischen Lehrmittelforschung. Sie liefert ein Modell für die Analyse schriftbasierter Positionierungen und gibt darüber hinaus Einblicke in die Kommunikations- und Beziehungsgeschichte4 einer im historischen Kulturraum5 Englischunterricht agierenden Gemeinschaft. Damit lotet sie einen neuen Anwendungsbereich für das vieldiskutierte Konzept der Positionierung aus, das in der modernen internationalen Soziolinguistik zumeist für die Betrachtung kopräsenter, mündlicher Interaktionen herangezogen wird.

Den Ausgangspunkt der Lehrwerksanalyse bildet die These, dass trotz des überwiegend monologischen Charakters dieser Medien interaktive Prozesse zwischen verschiedenen an der Produktion und Rezeption beteiligten Instanzen nachverfolgt werden können: Sie wurden in den Büchern dokumentiert und schrieben sich teils über mehrere Jahrzehnte und Werkeditionen hinweg fort....

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