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Wissenskommunikation im Web

Sprachwissenschaftliche Perspektiven und Analysen

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Edited By Katrin Beckers and Marvin Wassermann

Für die individuelle und gesamtgesellschaftliche Wissenskommunikation, d.h. den kommunikativ vermittelten Transfer sprachlich gefassten Wissens, haben sich durch die allumfassende Digitalisierung die Bedingungsgefüge in vielfacher Hinsicht verändert. Neue technisch-mediale Rahmenbedingungen, diversifizierte und flexibilisierte Textsorten und Interaktionstypen sowie undurchsichtige Akteurs-Konstellationen lassen eine ganze Reihe neuer wissenskommunikativer Erscheinungsformen entstehen, die trotz ihrer großen alltäglichen Bedeutung erst in Ansätzen beschrieben sind. Der Sammelband dokumentiert sprach- und transferwissenschaftliche Perspektiven auf diesen multidisziplinär im Fokus stehenden Gegenstandsbereich.

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Jan Engberg & Dorothee Heller: Rechtliches Wissen auf einer institutionellen Webseite – Eine Fallstudie zu sprach- und wissensorientierten Techniken der Popularisierung von Wissen im Netz

Rechtliches Wissen auf einer institutionellen

Webseite – Eine Fallstudie zu sprach-

und wissensorientierten Techniken der

Popularisierung von Wissen im Netz

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Jan Engberg & Dorothee Heller

Abstract: We will investigate how a German Federal Office conveys knowledge about legal concepts to the public through generally accessible popularizations. We combine an approach focusing upon knowledge complexity with a form-oriented approach in order to catch the specificities of websites. The investigated texts aim at presenting legal rules (rather than background information) and take advantage of the affordances of hypertexts and the web format.

Im Mittelpunkt unserer Untersuchung stehen Bestrebungen einer staatlichen Behörde (hier: das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, BAMF), Wissen über rechtliche Begriffe an die Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Popularisierung rechtlichen Wissens ist keine selbstverständliche Aufgabe, da es eine Grundannahme des demokratischen Rechtsstaates ist, dass gesetzliche Regelungen in ihrer offiziellen Form für alle Bürger Bedeutung haben, in dem Moment, wo sie den entsprechenden staatsrechtlichen Prozess durchlaufen haben. Rechtliche Konsequenzen sind an diesen Gesetzestext gebunden, der als mehrfachadressiert gilt und sich sowohl an institutionelle als auch an nicht-institutionelle, d.h. fachexterne Empfänger wendet. Die Verständlichkeit der konventionell formulierten Normen liegt jedoch für den Bürger keinesfalls auf der Hand.1

Nicht zuletzt aus diesem Grund beschreiten Behörden andere Wege der Vermittlung, und zwar in der Form einer vereinfachten Darstellung der gesetzlichen Regelungen. Diese vermittlungsorientierten Texte sind vorwiegend an nicht-institutionelle Empfänger gerichtet und zeichnen sich durch Informationsreduktion sowie durch eine Änderung der kontextuellen Ausrichtung aus. Es ist unser Anliegen damit zusammenhängende Vermittlungsverfahren anhand eines ←37 | 38→konkreten Beispiels...

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