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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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5 Evaluation von Interventionen

5 Evaluation von Interventionen

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Wenn man sich mit gezielter sprachspezifischer Förderung und Therapie befasst, stellt sich die Frage der Effektivität und Effizienz einer Maßnahme unweigerlich. Insbesondere in Berufen des Gesundheitssystems ist die Notwendigkeit zur Evidenzbasierung unumstritten. Therapeutische, aber auch pädagogische Berufsgruppen mussten in den letzten Jahren zunehmend Konzepte zur Qualitätssicherung in den jeweiligen beruflichen Kontexten entwickeln und umsetzen. Das zentrale Anliegen all dieser Konzepte besteht im Nachweis der Effektivität und Effizienz des eigenen therapeutischen und pädagogischen Handelns. Die Berufsgruppen haben dabei ein hohes Interesse am Nachweis der Wirksamkeit von Therapien, Maßnahmen, Programmen und Interventionen, vor allem um die PatientInnen bzw. KlientInnen, die Angehörigen und sich selbst zufriedenzustellen. Aber auch der Kostenträger, der den finanziellen Rahmen von Therapien, Maßnahmen, Programmen und Interventionen stellt und verantwortet, hat ein Interesse an Evidenz, auch wenn dieses vor allem monetärer Art ist. Die wichtigste Interessengruppe für Evidenz ist jedoch die der PatientInnen bzw. KlientInnen (s.u.). Diese haben in erster Linie Interesse am Erfolg der angewendeten Methode, des vorgeschlagenen Trainings, der geplanten Vorgehensweise oder Therapie.

Doch was bedeutet „Evidenz“? Der Begriff stammt aus dem Englischen („evidence“), bedeutet in seiner Übersetzung „Beweis“, „Beleg“ oder auch „Nachweis“ und wurde ursprünglich von der Medizin eingeführt. In der Evidenzbasierten Medizin (EbM) bezieht sich der Begriff „auf wissenschaftlich gewonnene Erkenntnisse insbesondere über:

• die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit von Therapieformen, -dosierungen bzw. des Therapiemanagements,

• die Zuverlässigkeit (Reliabilität) bzw. Gültigkeit (Validität) von Tests...

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