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«Life Cycle Costing» als Instrument nachhaltiger öffentlicher Auftragsvergabe

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Anne Henzel

Die EU-Richtlinie über die Vergabe öffentlicher Aufträge enthält erstmals Vorgaben zu „Life Cycle Costing". Die Autorin befasst sich mit der Frage, ob und wie das Instrument des „Life Cycle Costing" einen Beitrag zu einer nachhaltigen öffentlichen Auftragsvergabe durch die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Ziele leisten kann. Dabei analysiert sie das europäische Richtlinienrecht und das nationale Umsetzungsrecht sowie die primärrechtlichen Grenzen. Sie überprüft die Voraussetzungen, die das Vergaberechtsregime an „Life Cycle Costing" Methoden stellt und bewertet diese im Hinblick auf den Einsatz im Rahmen des Zuschlags. Anschließend entwickelt die Autorin wertvolle Vorschläge hinsichtlich der Gewichtung der Ergebnisse eines Life Cycle Costing in der Zuschlagsentscheidung.

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Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 1: Einleitung

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Das Wort „Nachhaltigkeit“ oder „Sustainability“ ist heutzutage so allgegenwärtig, dass es teilweise als überstrapaziert empfunden wird.1 Man spricht von einer „inflationären Verwendung“ bis hin zum Mantra.2 Diese Einschätzung korreliert mit dem Bekanntheitsgrad von Nachhaltigkeit in der deutschen Bevölkerung: Während zur Jahrtausendwende gerade einmal 13 Prozent den Begriff einordnen konnten, waren es 2010 bereits 43 Prozent.3 Es wird befürchtet, dass Folge der hohen Frequenz der Verwendung eine Begriffsverwässerung oder gar Verwirrung sei.4 Einige (wenige?) Unternehmen versuchen dies zu ihrem Vorteil zu nutzen, indem sie nachhaltiges Engagement zu Unrecht für sich in Anspruch nehmen; ein Verhalten, das international als „greenwashing“ bezeichnet wird.5 So rühmt sich beispielsweise der Marktführer Nespresso auf seinen Packungen mit der Einhaltung des Nestlé-Labels „ecolaboration AAA Sustainable Quality Programm“.6 Hierbei handelt es sich um ein Stufenprogramm, das bereits angegeben werden darf, wenn der Kaffeebauer nur die Mindestanforderungen erfüllt.7 Diese umfassen allerdings weder die Zahlung eines Mindestlohnes auf den Plantagen, noch die Einhaltung der ILO-Kriterien.8

Die Wissenschaftsgemeinde hat sich des Themas Nachhaltigkeit in einer großen Anzahl an Veröffentlichungen angenommen. Eine Analyse der Entwicklung des Konzepts „Nachhaltigkeit“ ergab, dass sich in der englischsprachigen Literatur zwischen den Jahren 1973 und Ende 2009 37.000 verschiedene Autoren aus über 174 Ländern und Regionen sowie 2.206 Städten weltweit in über 20.000 Veröffentlichungen mit Nachhaltigkeitsforschung befassten.9 Dies ist eine ganz erstaunliche Anzahl an wissenschaftlichen Veröffentlichungen, die das stetig wachsende Interesse und die gesteigerte Bedeutung der...

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