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Das Erfordernis einer Neubewertung der Medienwerbemärkte im deutschen und europäischen Kartellrecht

Vor dem Hintergrund zunehmender Medienkonvergenz und crossmedialer Effekte bei konglomeraten Unternehmensfusionen

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Sophie Hoffmann

Die zunehmende Relevanz der Onlinemedien hat verstärkt Einfluss auf die Struktur der Medienwerbemärkte und damit auch auf die Praxis der sachlichen Marktabgrenzung im deutschen und europäischen Kartellrecht genommen. Die Autorin analysiert die Entwicklungen der Medienwerbemärkte und beleuchtet anhand exemplarischer Beschlüsse von Kartellbehörden und Gerichten, dass in der aktuellen Kartellrechtspraxis bei der Einordnung der Onlinemedienwerbemärkte im Rahmen der sachlichen Marktabgrenzung noch keine belastbare Rechtspraxis gefunden worden ist. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse präsentiert die Autorin eine progressive Empfehlung für die kartellrechtliche Praxis zur sachgerechten Neubewertung der Medienwerbemärkte, die eine Brücke zwischen der wirtschaftlichen Realität und der erforderlichen rechtlichen Würdigung der Marktverhältnisse im Rahmen der sachlichen Marktabgrenzung schlägt.

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Einleitung

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Die Digitalisierung hat in nur wenigen Jahren neue Realitäten in den Medienmärkten geschaffen. Sich dynamisch wandelnde nationale und internationale Medienmärkte sowie die operative Dynamik und die strukturellen Besonderheiten digitaler Plattformen, vorangetrieben von einer bislang kaum bekannten technischen Kreativität, stellen das Wettbewerbsrecht immer wieder vor neue Herausforderungen. Anfangs noch zurückhaltend, sind sich Gesetzgeber und Rechtspraxis mittlerweile der Notwendigkeit bewusst, für die höchst differenzierten Handlungsräume und -muster der digitalen Wirtschaft Regelungen zu finden, die geeignet erscheinen, wettbewerbsrechtliche Lücken zu schließen und den ordnungspolitischen Rahmen den neuen Realitäten sich wandelnder Medienmärkte anzupassen.

Die Internetökonomie hat sich rasant zu einer bedeutenden Säule der deutschen und europäischen Wirtschaft entwickelt ohne dass stets ein effektiver Schutz der digitalen Ökonomie, auch durch die drei Säulen des Kartellrechts, ausreichend gewährleistet werden konnte. Längst haben auch die digitalen Ableger der klassischen Medien und die von ihnen ausgehenden neuen medialen Angebote ihr Nischendasein aufgegeben. Immer häufiger rücken diese in den Fokus der Wettbewerbshüter. Die Medienlandschaft hat durch die Digitalisierung und die von ihr induzierten neuen Angebote und Vertriebswege in den letzten Jahren einen beinahe revolutionären Wandel vollzogen, der eine bislang eher unterschätze Herausforderung für das deutsche und europäische Kartellrecht darstellt, gerade dann, wenn es um die Abgrenzung der Märkte und die Bewertung von Marktmacht geht. Dabei sind Kartellbehörden und Gerichte besonders gefordert, wenn es um die Beurteilung der speziellen...

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