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Grenzen des Wachstums

Eine Annäherung in 16 Essays

Edited By Andreas Koch and Martina Winkler

Die aktuellen Debatten zeigen, wie schwierig es ist, Grenzen zu ziehen und Grenzwerte festzulegen. Ohne Grenzen jedoch, fehlen uns Orientierung und Positionierung. Viele Grenzen unseres alltäglichen Lebens sind nicht von Natur aus vorgegeben, sie unterliegen vielmehr einem aktiven und partizipativen Aushandlungsprozess. Die Schwierigkeit der Grenzziehung zeigt sich vor allem beim Begriff des Wachstums. Der vorliegende Band nimmt sich der Herausforderung an, Grenzen des Wachstums in den Bereichen Ökonomie, Medien, Kommunikation, Migration und Gesellschaft in essayistischer Weise aufzuzeigen.

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Georg Auernheimer: Degrowth-Bewegung und politische Bildung

Degrowth-Bewegung und politische Bildung

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Georg Auernheimer

Abstract: Instead of maximizing profits and outsourcing social costs, concepts of degrowth should be considered in a more prominent way in order to cope adequately with contemporary economic crisis. In so doing, education of sustainability is a sufficient precondition.

Keywords: long-term development, progress and growth, capitalistic imperatives

Seit rund einem Jahrzehnt erinnern WissenschaftlerInnen wieder an die Grenzen des Wachstums, auf die schon 1972 eine Studie im Auftrag des Club of Rome die Weltöffentlichkeit aufmerksam gemacht hatte (Meadows und Meadows 1972). 1992 war dann auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio des Janeiro die Agenda für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet worden. Dort ging man noch vertrauensvoll von der Möglichkeit eines ‚nachhaltigen Wirtschaftswachstums‘ aus, obwohl sich damals mit der endgültigen Globalisierung der kapitalistischen Produktionsweise gerade deren Entfesselung vollzog. Entwickelt werden sollten Wachstumskonzepte, „die in geringerem Maße von den endlichen Ressourcen der Erde abhängig sind und mit der Tragfähigkeit der Erde in größerer Harmonie stehen“ (Vereinte Nationen 1992: 21, Absatz 4.11). Man setzte auf die Entwicklung von Energie-, Rohstoff- und Materialeffizienz. Damals glaubte man sogar noch, „Synergien zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz herstellen“ (Vereinte Nationen 1992: 5, Absatz 2.9 und 311, Absatz 33.6) zu können.

Diese Zuversicht schwindet inzwischen in der wachstumskritischen Literatur. Im deutschsprachigen Raum hat besonders Elmar Altvater (2009) die Wachstumskritik befeuert mit dem Nachweis, dass die fossilen Energieträger – das Lebenselixier der kapitalistischen Produktionsweise – aufgrund der vom Wettbewerb getriebenen...

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