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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Karol Sauerland: Die vielen Wenden im Leben Arnold Zweigs

Die vielen Wenden im Leben Arnold Zweigs

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Karol Sauerland(Warszawa)

Das Wirken und Werk Arnold Zweigs spiegeln wie kaum das eines anderen Zeitgenossen die vielen Möglichkeiten wider, die die deutsche Geschichte zwischen der Zeit kurz vor dem Ersten und der nach dem Zweiten Weltkrieg einem Intellektuellen jüdischer Herkunft boten. Die jüdische Herkunft ist hier wichtig, weil Zweig nicht versuchte, sie als belanglos anzusehen, obwohl er weder religiös war, noch einer jüdischen Gemeinde angehörte, aber er wusste bereits durch seinen Vater Adolf Zweig, was engagiertes Judentum bedeutet. Dieser war Mitbegründer der Kattowitzer Ortsgruppe der zionistischen Bewegung und Mitbegründer des jüdischen Handwerkvereins. Das unterschied Arnold Zweig von den meisten seiner deutschen Zeitgenossen jüdischer Herkunft, deren Eltern sich bereits emanzipiert hatten, wie es im damaligen Sprachgebrauch hieß. Nach dem Holocaust ist es üblich geworden, den Söhnen und Töchtern emanzipierter Juden fast den gleichen Status zuzuweisen wie denen, die aus einem Milieu stammen, in dem das Judentum noch von Bedeutung war, es gelebt wurde.

Arnold Zweig stellte in jungen Jahren mit einem gewissen Bedauern fest, dass es in Deutschland kaum noch inbrünstig gläubige und praktizierende Juden gibt, obwohl er selber, wie gesagt, kein solcher ist. Er schildert bereits 1909, als er 22 Jahre alt war, in den Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer, wie die Klopfers seit ihrer Einwanderung aus Russland nach Preußen den jüdischen Sitten nur noch an den Feiertagen Folge leisten. Sie beten selten hebräisch, sondern zumeist deutsch. Ihre...

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